Capitalization – Die Großschreibung im Englischen

Diesen Post gibt es auch als PDF mit Übungen.

Im Gegensatz zum Deutschen werden im Englischen nicht alle Substantive großgeschrieben. Großgeschrieben wird / werden …

  1. am Satzanfang oder zu Beginn einer wörtlichen Rede, die einen ganzen Satz wiedergibt.
  • He is very nice and friendly.
    -> Bob said, „He is very nice and friendly.“
    (! aber: Bob said he was “very nice and friendly.” -> kein voller Satz)
  1. das Personalpronomen IYesterday I didn’t go to school.
  1. Abkürzungen: the CIA, AIDS, NASA
  1. Wörter in Titeln außer Artikeln (a, the), Präpositionen (of, in, by…) u. beiordnenden Konjunktionen (for, and, nor, but, or, yet, so – Merkwort FANBOYS).[1] Das erste und letzte Wort des Titels und (ggf.) des Untertitels werden immer großgeschrieben.
  • The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring

5. Eigennamen und davon abgeleitete Adjektive, Verben, etc.. Hierzu zählen die Namen von:

  • Personen (Michael Jackson, the Jacksons, Jacksonian democracy)
    • inkl. vor dem Namen stehende Titel und Spitznamen: Mr. / Mrs. / Dr. Jackson, President Obama, Wild Bill
    • Familienbezeichnungen, die wie Namen gebraucht werden: I’m coming, Mum. Look, Uncle Ben is here.
  • Personengruppen und Zugehörigem (the French, a bag of French fries)
    • Völkern und Nationalitäten (the Cherokee, the French)
    • Firmen, Institutionen, Vereinigungen… (Microsoft, the Ministry of Defense, Hogwarts School of Witchcraft …)
    • Sprachen (German, French)
  • Orten
    • natürlich (Mars / Martian, Africa / African, Mount Everest, the North Sea, the Nile, Lake Michigan)
    • menschengemacht (Germany, the Empire State Building, London, Fleet Street)
  • Bestimmten Zeitangaben wie
    • Monate, Wochentage und Feiertage (August, Tuesday, Christmas)
    • historische Ereignisse und Epochen (the Olympic Games, the Middle Ages, the French Revolution)
  • Religionen, Göttern und heiligen Büchern:
    • Catholic, Allah, the Bible, to Christianize (! Ausnahme: das Adjektiv biblical)
  • Markennamen (Coca Cola) – es sei denn, die Macher der Marke legen eine andere Schreibung fest (iPhone)

 

ACHTUNG 1 In manchen Fällen werden Eigennamen nicht großgeschrieben, obwohl man es erwarten würde. Dazu gehören:

  • Tier- und Pflanzenarten (a German shepherd)
  • chemische Elemente, auch wenn sie von Eigennamen abgeleitet werden (einsteinium)
  •  Lebensmittelprodukte mit Ausnahme von Markennamen (Tabasco sauce vs. Coca Cola )
  • Krankheiten (Alzheimer’s disease)
  • Jahreszeiten und Ereignisse im Jahreskreis (spring, the winter solstice)
  • Himmelsrichtungen, es sei denn, sie sind Teil eines Ortsnamens (in the west vs. in West Virginia)
  • Klein schreibt man gewöhnlich auch earth[2], sun and moon (im Gegensatz zu den anderen Planeten).

ACHTUNG 2 Vorsicht bei Eigennamen: Wird ein Begriff allgemein verwendet oder ist er wirklich Teil eines Namens oder Titels?

  • Yesterday Mum spoke to Michael’s mum. (wie Name gebraucht / allgemeine Bezeichnung)
  • I live in the north of North Korea. (allgemeine Himmelsrichtung / Teil des Ländernamens)
  • Many senators complained, among them Senator Brown. (allgemeine Berufsbezeichnung / Titel)
  • And God punished those that worshipped false gods. (Name des christl. Gottes / allg. Bezeichnung)

ACHTUNG 3 Manchmal können Eigennamen den Bezug zum ursprünglichen Namensgeber verlieren. Dann werden sie kleingeschrieben.

  • Bsp. to boycott (boykottieren – benannt nach Charles C. Boycott, woran man aber gewöhnlich nicht denkt)
  • Bsp. a kleenex (eigentlich ein Markenname, heute aber wie “Tempo” statt „Papiertaschentuch“ gebraucht)

[1] Wir richten uns hier nach der Regelung des Chicago Manual of Style. Gerade bei der Schreibung von Titeln gibt es viele verschiedene Regelungen.

[2] Earth wird großgeschrieben, wenn sie zusammen mit anderen Planeten gelistet wird: In this picture of our solar system, you can see Venus, Earth and Mars.

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Vokabelspiel für die Klasse: Quizlet Live

Vor einiger Zeit hatte ich Vokabelspiele für den Anfang der Stunde vorgestellt. Heute gibt es eine digitale Variante: Quizlet Live.

Quizlet – schon häufiger erwähnt – ist eine Internetseite, auf der man nach kostenloser Anmeldung Vokabellisten von anderen Usern kopieren, erstellen und spielerisch lernen kann. Es gibt sogar eine App, mit der man seine Vokabeln auf dem Handy mitnehmen und einfach unterwegs (auch offline) lernen kann.

Seit Kurzem gibt es auf Quizlet auch ein Spiel, das man im Klassenzimmer spielen kann. Alles, was man braucht, sind mindestens sechs Spieler, mehrere internetfähige Geräte (Smartphone, Tablet, Laptop) für die Schüler und ein weiteres  für den Lehrer. Schön ist ein Beamer, damit die Schüler ihre Punktewertung mitverfolgen können, aber der ist eigentlich optional.

Der/die Lehrer(in) erstellt also (nach Einrichtung eines Accounts) ein Set mit den Vokabeln, die die Schüler zu Hause gelernt haben. (Ich verwende gerne Vokabeln und englische Definitionen statt Vokabel und deutscher Übersetzung, um es für die älteren Schüler etwas schwieriger zu machen.) Anschließend klickt er/sie auf der Webseite auf „Quizlet Live“ und „Spiel erstellen“. Die Schüler können dann mit einem vierstelligen Zahlencode dem Spiel auf ihrem eigenen Gerät beitreten; eine Anmeldung ist für sie nicht nötig.

Die Schüler werden zu Gruppen zusammengestellt. Das Spiel erfragt nun eine Vokabel und gibt mehrere Antwortmöglichkeiten. Nur ein Schüler hat jedoch auf seinem Handy die richtige Antwort. Deshalb müssen die Schüler untereinander vergleichen und sich absprechen. Auf dem Lehrergerät kann man unterdessen den Fortschritt der Gruppen verfolgen. Heimtückisch: Nach einer einzigen falschen Antwort fällt die Gruppe auf Null zurück.

Den Schülern hat das Spiel viel Spaß gemacht. Man sollte allerdings mindestens zwanzig Minuten einkalkulieren; denn bis alle sich angemeldet haben, geht doch etwas Zeit ins Land. Sollte ein Schüler kein Smartphone besitzen, ist das auch kein Problem; er/sie kann einfach als vierter Spieler bei einer anderen Gruppe mithelfen.

 

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Englischer Sprachkalender: Ein bisschen Englisch jeden Tag im Januar

Für alle, die bisher versäumt haben, sich einen Sprachkalender zuzulegen, gibt’s hier eine Online-Version. Jeder Tag enthält einen Link zu einem Sprichwort, einem Video, einem Spiel, einer kurzen Leseverstehensübung oder ähnlichem. Keine Aktivität dauert länger als 10 Minuten. Viel Spaß!

Beginner – leicht Intermediate – mittel Advanced – schwer
01.01. CLICK CLICK CLICK
02.01. CLICK CLICK CLICK
03.01. CLICK CLICK CLICK
04.01. CLICK CLICK CLICK
05.01. CLICK CLICK CLICK
06.01. CLICK CLICK CLICK
07.01. CLICK  CLICK CLICK
08.01. CLICK CLICK CLICK
09.01. CLICK CLICK CLICK
10.01. CLICK CLICK CLICK
11.01. CLICK CLICK CLICK
12.01. CLICK CLICK CLICK
13.01. CLICK CLICK CLICK
14.01. CLICK CLICK CLICK
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17.01. CLICK CLICK CLICK
18.01. CLICK CLICK CLICK
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20.01. CLICK CLICK CLICK
21.01. CLICK CLICK CLICK
22.01. CLICK CLICK CLICK
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31.01. CLICK CLICK  CLICK
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Beschäftigungstherapie I: Kostenlose Mandalas auf Wikimedia Commons

 

Heute ein Link- bzw. Downloadtipp. Für die Hausaufgabenbetreuung habe ich mir vor Kurzem einen Ordner mit Mandalas zum Ausmalen zugelegt. Eine praktische Sache, wenn einige Kinder schon mit den Hausaufgaben fertig sind, die anderen aber noch Ruhe zum Arbeiten brauchen.

Aber wo bekommt man auf die Schnelle Vorlagen her, die man auch vervielfältigen darf? Viele Webseiten veröffentlichen Mandalas mit dem verdächtigen Vermerk „believed to be in the public domain“ (sprich, wir haben uns nicht die Mühe gemacht, irgendwie zu kontrollieren, wo dieses Ding herkam. Etwa so, als käme man in der Stadt an einer Kiste voller iPhones mit der Aufschrift „believed not to belong to anybody, take as many as you like“ vorbei). Sowas mag man dann nicht so gern im Klassensatz kopieren.

Ich wurde schließlich auf Wikimedia Commons fündig. Dort gibt es eine Seite mit Creative Commons-Malbüchern für Kinder und Erwachsene. Besonders erwähnenswert ist hier das Mandala-Malbuch (PDF) von Autor Peaksel. Ein paar Beispiele, was einen in der Sammlung erwartet:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

By Peaksel (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)%5D, via Wikimedia Commons

Wie ich finde, eine sehr sinnvolle Ergänzung für den Kopiervorlagen-Ordner.

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Classroom language: Häufige Fehler

Natürlich wissen wir eigentlich alle, dass es do your homework heißt und nicht make your homework oder gar make your homeworks. Trotzdem gibt es einige Fehler, die gerade in der Sprache im Klassenzimmer ständig auftauchen. Dementsprechend häufig hört man sie, und ehe man sich versieht, sind sie unauslöschlich im Gedächtnis eingebrannt. Hier ein paar Klassiker.

  1. Please open your books on page 20.
    Hier muss es entweder to oder at page 20 heißen.
  2. We’re going to write a test tomorrow.
    Unfassbar, aber wahr: Englischlehrer sagen es seit Generationen falsch. Im Zusammenhang mit Tests kann man die Verben take und do verwenden – nicht aber write.
  3. Time’s over – hand in your tests!
    Korrekt wäre hier Time’s up. Der Ausdruck … time is over bezieht sich gewöhnlich auf eine Zeitspanne in der Vergangenheit; hier könnten wir das Wort time also mit Zeitalter übersetzen. Um es mit Galadriel zu sagen: The time of the elves is over. 
  4. Please explain me the rule.
    Richtig heißt es: Please explain the rule to me.
  5. Make your homeworks! / Collect informations!
    Doch, der musste natürlich in die Liste. Erster Fallstrick: Für das Erledigen von Hausaufgaben verwendet man das Wort do (separater Post to come).
    Zweitens ist das Wort homework (wie information und advice) unzählbar – hier darf man also nie ein -s anhängen. Genauso wenig sagt man a / one homework.
  6. What means the word „dictionary“?
    Gleiche Regel wie bei anderen Fragen im simple present, die nicht nach dem Subjekt des Satzes fragen: Wir brauchen das Hilfsverb do. Sprich: What does the word „dictionary“ mean? Oft wird dieser Satz auch fälschlicherweise gebraucht, um nach einer deutschen / englischen Übersetzung zu fragen: „What does the word ‚Katze‘ mean in English?“ Stattdessen sollte die Frage heißen: „What’s ‚Katze‘ in English?“ oder „How do you say ‚Katze‘ in English?“
  7. I mean that all drugs should be legalized. / My meaning is that all drugs should be legalized.
    Das Wort „mean“ heißt „bedeuten“ (This word means „bear“.) oder beabsichtigen (That’s not what I meant to say), aber nicht „der Meinung sein“. Dafür verwendet man – je nach Kontext – Verben wie believe, think oder feel. Ebenso bedeutet meaning nicht etwa „Meinung“, sondern „Bedeutung“. Also: In my opinion / In my view, all drugs should be legalized.
  8. Aussprache: apostrophe
    Betonung auf der zweiten Silbe, das -e am Ende wird ausgesprochen. Das Wort klingt also von Betonung und Silbenzahl her wie psychology, nicht wie cottage loaf. Analog und ebenso oft falsch ausgesprochen: catastrophe und anemone.
  9. Aussprache: psychology 
    Ich schweife vom Thema classrom language ab, aber wo wir dabei sind: Das p in psychology ist stumm, man sagt also saɪˈkɒlədʒi. Ebenfalls mit stummen p beginnen alle damit verwandten Wörter (psychologist, psychiatry, psychotherapy …) und weitere aus dem Griechischen stammende Begriffe wie pneumonia, pneumatic und pterodactyl.
  10. There is an elephant on the picture.
    Dieser Satz ist eine Übertragung aus dem Deutschen (Auf dem Bild ist ein Elefant). Im Englischen verwendet man hingegen die Präposition in – was, genauer bedacht, eigentlich mehr Sinn macht. Ich habe mir einmal erlaubt, dazu eine kleine Grafik zu erstellen:
    elephant in the picture
  11. Let’s discuss about this problem. / Comment this article.
    Im Deutschen diskutiert man häufig einmal über etwas. Im Englischen steht discuss hingegen immer ohne Präposition: Let’s discuss this problem. Das umgekehrte Problem haben wir bei to comment – hier brauchen wir die Präposition on: Comment on this article. 
  12. Can you hold a presentation?
    Genau wie eine Rede (a speech, a talk) wird eine Präsentation nicht gehalten, sondern gegeben: Can you give a presentation?
  13. In the article stands that …
    Korrekt wäre: The article says that …
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Vokabeln lernen: Tipps und Strategien

Vokabeln zu lernen ist ein zentraler Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts. Ohne Wortschatz funktioniert nichts – weder Leseverstehen noch Sprechen. Noch nicht einmal die so beliebten Grammatik-Einsetzübungen.

Das Problem: Man predigt den Schülern beständig, sie müssten „Vokabeln lernen“. Tun sie auch. Manchmal richtig lange. Und trotzdem sind die Dinger nach einer Woche wieder aus dem Gedächtnis verpufft oder bleiben erst gar nicht haften. Auch die Vokabeln abzuschreiben hilft keinesfalls jedem.

1. Die Einführung der neuen Vokabeln

Im Sprachunterricht lernen wir neue Vokabeln meistens in einem Text kennen. Das ist auch gut so, denn ohne einen sinnvollen Zusammenhang kann man sich Wörter viel schwieriger merken. Beispiel: Zwei Schülerinnen (nennen wir sie Lisa und Jasmin) sollen das Wort crowbar (Brecheisen) lernen.

Lisa sieht sich folgende Information im Schulbuch an und versucht sie sich einzuprägen:

crowbar (n)                                      das Brecheisen

Diese Information geht schnell im Gewimmel der zehn anderen Vokabeln unter, die Lisa noch lernen muss. Gut möglich wäre auch, dass sie sie mit einer anderen Vokabel durcheinanderbringt.

Jasmin liest hingegen diese Geschichte über den Ausbruch einer Zombieapokalypse:

„Run!“ yelled Tom. „They are coming!“ The men ran down the empty hallway. Behind them, the shambling steps of the undead were getting closer. Jeff could smell the horrible stench of their rotten flesh and hear their hungry groans.
Tom had reached the door at the end of the hallway. „Oh no,“ he gasped, „it’s locked! What are we going to do now?“
„Wait“, Jeff said, breathless. „Wait a second. Just a day ago, I opened this toolbox and there was a crowbar in it! Oh my God, I hope it’s not gone …“
Hastily he unlocked the box, and yes, there it was. The cold, heavy metal in his hand felt reassuring.
At that moment, he felt something grab his shoulder. It was icy, wet and slimy. Without thinking, Jeff grabbed the crowbar and hit the zombie on the head. The monster tumbled to the ground.

Mit großer Wahrscheinlichkeit kann sich Jasmin die Vokabel viel leichter merken als Lisa. Warum?

  • Wir lernen das Brecheisen in einem (naja, mehr oder weniger) realistischen Kontext kennen: Es befindet sich in einer toolbox, man kann es gebrauchen, um Türen aufzubrechen (oder Köpfe einzuschlagen). Ein Brecheisen ist eben in der echten Welt keine Kette aus sieben Buchstaben – sondern ein Werkzeug, das man anfasst und gebraucht.
  • Menschen lernen am besten mit allen Sinnen. In der Geschichte gibt es jede Menge Sinnesempfindungen – Gerüche, Geräusche, Berührung.
  • Besonders gut ist es, wenn man Gelerntes mit Emotionen verknüpfen kann. Auch davon gibt es in der nervenzerfetzenden Zombiegeschichte mehr als im Vokabelheft.

Welche Tipps können wir nun aus dieser kleinen Anekdote ziehen?

  • Lies dir den Text im Schulbuch mehrfach durch und achte dabei besonders auf die Vokabeln, die neu eingeführt werden.
    • TIPP Wenn du die Möglichkeit hast, eine Kopie zu machen, schwärze die zu lernenden Begriffe und versuche sie beim nächsten Lesen selbst richtig zu ergänzen.
  • Lies den Text nicht nur, sondern höre ihn auch – z.B. von der Schulbuch-CD, von einem Freund oder dir selbst vorgelesen.
    • TIPP Das kann man auch mit einem Bingo-Spiel verbinden. Schreibe dir die deutschen Übersetzungen auf ein Blatt Papier; hör dann den Text auf Englisch und streiche die Wörter durch, die du hörst.
  • Schreibe eine eigene Geschichte oder zumindest eigene Sätze, in denen du die neuen Vokabeln verwendest.
  • Der beste Tipp: Lies in deiner Freizeit möglichst oft englische Texte, die dir gefallen – seien es Bücher, Blogs oder Zeitungsartikel. Lege eine Liste mit Vokabeln an, die dir dabei begegnen und besonders wichtig vorkommen. (* Beim freien Lesen macht es keinen Sinn, jedes einzelne Wort nachzuschlagen – dabei geht jeder  Spaß an der Lektüre flöten. Aber einzelne Begriffe lohnt es sich doch, festzuhalten.)

2. Das Fixieren von Vokabeln 

Nachdem Jasmin ihre Vokabel crowbar mehrfach im Text gelesen hat, will sie sie auch dauerhaft lernen. Dazu schreibt sie sie auf eine persönliche Vokabelliste oder, noch besser, auf eine Vokabelkarte.

Eine Vokabelkartei besteht aus einem Karteikasten, Trennstreifen aus Pappe und Karteikärtchen. Mit diesem Bastelbogen könnt ihr euch einfach selber eine Lernkartei basteln.

Vokabelkartei

Aufbau einer Vokabelkartei

Was kommt nun auf diese Vokabelkarte?

  • natürlich die englische Vokabel auf der einen, die deutsche Übersetzung auf der anderen Seite,
  • wichtige Zusatzinformationen, die in deinem Buch angegeben sind: etwa ein unregelmäßige Plural (mouse, mice) oder die Stammformen eines unregelmäßigen Verbs (do, did, done),
  • bei einem Verb mit unregelmäßiger Aussprache die Lautschrift,
  • optional als Merkhilfe: ein Beispielsatz, eine Eselsbrücke oder eine Zeichnung.
Vokabelkärtchen

Beschriftung von Vokabel-Karteikärtchen

Wenn du eine neue Vokabel aufgeschrieben hast, kommt sie ins erste Fach ganz vorne. Diese Vokabeln sollten am besten täglich wiederholt werden – auch wenn es nur fünf oder zehn Minuten sind. Wenn du die Vokabel richtig gewusst hast, wandert sie ins zweite Fach. Diese Vokabeln kann man etwas seltener (ca. zwei bis drei Mal die Woche) wiederholen. Konntest du das Wort immer noch? – Dann kommt sie ins dritte Fach, das nur einmal in der Woche wiederholt wird. Hast du sie vergessen, so kommt sie wieder ins erste Fach.

Alternativ kann man mit einem Vokabeltrainer im Internet lernen – wie z.B. quizlet.

3. Das Einprägen von Vokabeln

Für manche Vokabeln wird das Lesen, Hören und Aufschreiben schon ausreichen, um sie zu lernen – um beispielsweise das Wort water zu lernen, dass dem deutschen Wasser sehr ähnlich ist.

Bei anderen Wörtern – wie etwa unserem crowbar – geht es leider nicht so einfach. Hier hilft eine Eselsbrücke. Nehmen wir an, du weißt schon, dass crow Krähe bedeutet. Hier kannst du dir nun folgende Szene vorstellen:

Ein Krähen-Hooligan (komplett mit Bomberjacke und Baseballschläger) geht mit seinen Kumpels in eine zwielichtige Bar. Dort gerät sie in eine wilde Prügelei, in der sie von einem Brecheisen auf dem Kopf getroffen wird.

crow at a bar with a crowbar

A crow with a crowbar at a bar. Selten war ich so stolz darauf, drei Cliparts zusammengefügt zu haben.

Wie oben bereits gesagt, sollte man sich eine solche Szene möglichst bildhaft und mit allen Sinnen vorstellen. Kalter Zigarettenrauch und der Geruch von verschüttetem Bier in der Luft, das grölende Krächzen unserer Fußballfans – mit all diesen Assoziationen kann man sich das Wort viel leichter merken.

Anfangs ist es nicht so leicht, selbst Eselsbrücken zu finden, und wird dir vielleicht seltsam vorkommen. Aber nach einer Weile wird es viel einfacher. Studien haben bewiesen, dass diese sogenannte „Schlüsselwort-Methode“ sehr viel effektiver ist als das stupide Abschreiben, das wir sonst gerne praktizieren.

4. Das Wiederholen von Vokabeln

Egal, wie viel Mühe man sich beim Aufschreiben und Einprägen der Vokabeln gibt – ohne regelmäßige Wiederholung war die ganze Anstrengung oft umsonst.

  • Unter 2. haben wir bereits gelesen, wie man mit einer Vokabelkartei lernt: Am besten täglich für 5-10 Minuten und mit regelmäßigen Wiederholungen.
  • Eine effektive Methode, alte Vokabeln zu wiederholen, sind Wortnetze: Sammle alle Vokabeln, die dir zu einem Thema einfallen, in einem Mindmap; schlage weitere dazu passende Wörter in einem Wörterbuch nach.

Wortnetz

  • Um sich Vokabeln jedoch wirklich auf Dauer einzuprägen, reicht Pauken allein jedoch oft nicht aus. Das Wichtigste ist, die Wörter so oft wie möglich zu gebrauchen – d.h. sie zu lesen, zu hören, zu schreiben und beim Sprechen zu benutzen.
  • Wenn du im Schulbuch beim Lesen eine unbekannte Vokabel antriffst, gehe (im Gegensatz zum Lesen in der Freizeit) nicht einfach darüber hinweg! Schreibe dir vergessene Vokabeln auf – auf Karteikarten, in ein Vokabelheft oder Lernprogramm – und wiederhole sie zusammen mit den neuen.
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Spielidee für den Sprachunterricht: Stadt-Land-Tatort

Dass Stadt-Land-Fluss ein gutes Spiel für den Sprachunterricht ist, ist sicher bekannt. Neulich im Spielwarenladen habe ich die Tatort-Version des Klassikers gefunden (siehe hier auf Amazon). Anstelle von Stadt, Land und Fluss muss man hier zu den Buchstaben des Alphabets folgende Felder ausfüllen:

  • Täter
  • Mordmotiv
  • Tatwaffe
  • Tatort
  • Fluchtfahrzeug
  • Todesursache
  • Ermittler
  • Schauspieler

Weil ich sowieso eine Stunde zum Thema Krimis geplant hatte, haben wir das Spiel direkt einmal ausprobiert. (Ich habe die Kategorien allerdings auf „Täter“, „Motiv“ und „Tatwaffe“ reduziert, damit es etwas schneller geht.)

Fazit: Es macht tatsächlich sehr viel Spaß, denn im Gegensatz zum „normalen“ Stadt-Land-Fluss ergeben sich aus den verschiedenen Kategorien oft absurde Geschichten. Gerade „Mordmotiv“ und „Tatwaffe“ geben auch wunderbare Redeanlässe ab: Wie überzeugend ist „Schluckauf“ als Motiv? Und wie effektiv ist eine Encyclopedia Britannica als Tatwaffe? Anschließend kann man aus den gefundenen Begriffen kleine Geschichten oder sogar ein Theaterstück schreiben lassen. Auch eine gute Übung, um Vokabeln aus dem Bereich „Strafverfolgung / Justiz“ zu wiederholen.

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