Classroom language: Häufige Fehler

Natürlich wissen wir eigentlich alle, dass es do your homework heißt und nicht make your homework oder gar make your homeworks. Trotzdem gibt es einige Fehler, die gerade in der Sprache im Klassenzimmer ständig auftauchen. Dementsprechend häufig hört man sie, und ehe man sich versieht, sind sie unauslöschlich im Gedächtnis eingebrannt. Hier ein paar Klassiker.

  1. Please open your books on page 20.
    Hier muss es entweder to oder at page 20 heißen.
  2. We’re going to write a test tomorrow.
    Unfassbar, aber wahr: Englischlehrer sagen es seit Generationen falsch. Im Zusammenhang mit Tests kann man die Verben take und do verwenden – nicht aber write.
  3. Time’s over – hand in your tests!
    Korrekt wäre hier Time’s up. Der Ausdruck … time is over bezieht sich gewöhnlich auf eine Zeitspanne in der Vergangenheit; hier könnten wir das Wort time also mit Zeitalter übersetzen. Um es mit Galadriel zu sagen: The time of the elves is over. 
  4. Please explain me the rule.
    Richtig heißt es: Please explain the rule to me.
  5. Make your homeworks! / Collect informations!
    Doch, der musste natürlich in die Liste. Erster Fallstrick: Für das Erledigen von Hausaufgaben verwendet man das Wort do (separater Post to come).
    Zweitens ist das Wort homework (wie information und advice) unzählbar – hier darf man also nie ein -s anhängen. Genauso wenig sagt man a / one homework.
  6. What means the word „dictionary“?
    Gleiche Regel wie bei anderen Fragen im simple present, die nicht nach dem Subjekt des Satzes fragen: Wir brauchen das Hilfsverb do. Sprich: What does the word „dictionary“ mean? Oft wird dieser Satz auch fälschlicherweise gebraucht, um nach einer deutschen / englischen Übersetzung zu fragen: „What does the word ‚Katze‘ mean in English?“ Stattdessen sollte die Frage heißen: „What’s ‚Katze‘ in English?“ oder „How do you say ‚Katze‘ in English?“
  7. I mean that all drugs should be legalized. / My meaning is that all drugs should be legalized.
    Das Wort „mean“ heißt „bedeuten“ (This word means „bear“.) oder beabsichtigen (That’s not what I meant to say), aber nicht „der Meinung sein“. Dafür verwendet man – je nach Kontext – Verben wie believe, think oder feel. Ebenso bedeutet meaning nicht etwa „Meinung“, sondern „Bedeutung“. Also: In my opinion / In my view, all drugs should be legalized.
  8. Aussprache: apostrophe
    Betonung auf der zweiten Silbe, das -e am Ende wird ausgesprochen. Das Wort klingt also von Betonung und Silbenzahl her wie psychology, nicht wie cottage loaf. Analog und ebenso oft falsch ausgesprochen: catastrophe und anemone.
  9. Aussprache: psychology 
    Ich schweife vom Thema classrom language ab, aber wo wir dabei sind: Das p in psychology ist stumm, man sagt also saɪˈkɒlədʒi. Ebenfalls mit stummen p beginnen alle damit verwandten Wörter (psychologist, psychiatry, psychotherapy …) und weitere aus dem Griechischen stammende Begriffe wie pneumonia, pneumatic und pterodactyl.
  10. There is an elephant on the picture.
    Dieser Satz ist eine Übertragung aus dem Deutschen (Auf dem Bild ist ein Elefant). Im Englischen verwendet man hingegen die Präposition in – was, genauer bedacht, eigentlich mehr Sinn macht. Ich habe mir einmal erlaubt, dazu eine kleine Grafik zu erstellen:
    elephant in the picture
  11. Let’s discuss about this problem. / Comment this article.
    Im Deutschen diskutiert man häufig einmal über etwas. Im Englischen steht discuss hingegen immer ohne Präposition: Let’s discuss this problem. Das umgekehrte Problem haben wir bei to comment – hier brauchen wir die Präposition on: Comment on this article. 
  12. Can you hold a presentation?
    Genau wie eine Rede (a speech, a talk) wird eine Präsentation nicht gehalten, sondern gegeben: Can you give a presentation?
  13. In the article stands that …
    Korrekt wäre: The article says that …
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Vokabeln lernen: Tipps und Strategien

Vokabeln zu lernen ist ein zentraler Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts. Ohne Wortschatz funktioniert nichts – weder Leseverstehen noch Sprechen. Noch nicht einmal die so beliebten Grammatik-Einsetzübungen.

Das Problem: Man predigt den Schülern beständig, sie müssten „Vokabeln lernen“. Tun sie auch. Manchmal richtig lange. Und trotzdem sind die Dinger nach einer Woche wieder aus dem Gedächtnis verpufft oder bleiben erst gar nicht haften. Auch die Vokabeln abzuschreiben hilft keinesfalls jedem.

1. Die Einführung der neuen Vokabeln

Im Sprachunterricht lernen wir neue Vokabeln meistens in einem Text kennen. Das ist auch gut so, denn ohne einen sinnvollen Zusammenhang kann man sich Wörter viel schwieriger merken. Beispiel: Zwei Schülerinnen (nennen wir sie Lisa und Jasmin) sollen das Wort crowbar (Brecheisen) lernen.

Lisa sieht sich folgende Information im Schulbuch an und versucht sie sich einzuprägen:

crowbar (n)                                      das Brecheisen

Diese Information geht schnell im Gewimmel der zehn anderen Vokabeln unter, die Lisa noch lernen muss. Gut möglich wäre auch, dass sie sie mit einer anderen Vokabel durcheinanderbringt.

Jasmin liest hingegen diese Geschichte über den Ausbruch einer Zombieapokalypse:

„Run!“ yelled Tom. „They are coming!“ The men ran down the empty hallway. Behind them, the shambling steps of the undead were getting closer. Jeff could smell the horrible stench of their rotten flesh and hear their hungry groans.
Tom had reached the door at the end of the hallway. „Oh no,“ he gasped, „it’s locked! What are we going to do now?“
„Wait“, Jeff said, breathless. „Wait a second. Just a day ago, I opened this toolbox and there was a crowbar in it! Oh my God, I hope it’s not gone …“
Hastily he unlocked the box, and yes, there it was. The cold, heavy metal in his hand felt reassuring.
At that moment, he felt something grab his shoulder. It was icy, wet and slimy. Without thinking, Jeff grabbed the crowbar and hit the zombie on the head. The monster tumbled to the ground.

Mit großer Wahrscheinlichkeit kann sich Jasmin die Vokabel viel leichter merken als Lisa. Warum?

  • Wir lernen das Brecheisen in einem (naja, mehr oder weniger) realistischen Kontext kennen: Es befindet sich in einer toolbox, man kann es gebrauchen, um Türen aufzubrechen (oder Köpfe einzuschlagen). Ein Brecheisen ist eben in der echten Welt keine Kette aus sieben Buchstaben – sondern ein Werkzeug, das man anfasst und gebraucht.
  • Menschen lernen am besten mit allen Sinnen. In der Geschichte gibt es jede Menge Sinnesempfindungen – Gerüche, Geräusche, Berührung.
  • Besonders gut ist es, wenn man Gelerntes mit Emotionen verknüpfen kann. Auch davon gibt es in der nervenzerfetzenden Zombiegeschichte mehr als im Vokabelheft.

Welche Tipps können wir nun aus dieser kleinen Anekdote ziehen?

  • Lies dir den Text im Schulbuch mehrfach durch und achte dabei besonders auf die Vokabeln, die neu eingeführt werden.
    • TIPP Wenn du die Möglichkeit hast, eine Kopie zu machen, schwärze die zu lernenden Begriffe und versuche sie beim nächsten Lesen selbst richtig zu ergänzen.
  • Lies den Text nicht nur, sondern höre ihn auch – z.B. von der Schulbuch-CD, von einem Freund oder dir selbst vorgelesen.
    • TIPP Das kann man auch mit einem Bingo-Spiel verbinden. Schreibe dir die deutschen Übersetzungen auf ein Blatt Papier; hör dann den Text auf Englisch und streiche die Wörter durch, die du hörst.
  • Schreibe eine eigene Geschichte oder zumindest eigene Sätze, in denen du die neuen Vokabeln verwendest.
  • Der beste Tipp: Lies in deiner Freizeit möglichst oft englische Texte, die dir gefallen – seien es Bücher, Blogs oder Zeitungsartikel. Lege eine Liste mit Vokabeln an, die dir dabei begegnen und besonders wichtig vorkommen. (* Beim freien Lesen macht es keinen Sinn, jedes einzelne Wort nachzuschlagen – dabei geht jeder  Spaß an der Lektüre flöten. Aber einzelne Begriffe lohnt es sich doch, festzuhalten.)

2. Das Fixieren von Vokabeln 

Nachdem Jasmin ihre Vokabel crowbar mehrfach im Text gelesen hat, will sie sie auch dauerhaft lernen. Dazu schreibt sie sie auf eine persönliche Vokabelliste oder, noch besser, auf eine Vokabelkarte.

Eine Vokabelkartei besteht aus einem Karteikasten, Trennstreifen aus Pappe und Karteikärtchen. Mit diesem Bastelbogen könnt ihr euch einfach selber eine Lernkartei basteln.

Vokabelkartei

Aufbau einer Vokabelkartei

Was kommt nun auf diese Vokabelkarte?

  • natürlich die englische Vokabel auf der einen, die deutsche Übersetzung auf der anderen Seite,
  • wichtige Zusatzinformationen, die in deinem Buch angegeben sind: etwa ein unregelmäßige Plural (mouse, mice) oder die Stammformen eines unregelmäßigen Verbs (do, did, done),
  • bei einem Verb mit unregelmäßiger Aussprache die Lautschrift,
  • optional als Merkhilfe: ein Beispielsatz, eine Eselsbrücke oder eine Zeichnung.
Vokabelkärtchen

Beschriftung von Vokabel-Karteikärtchen

Wenn du eine neue Vokabel aufgeschrieben hast, kommt sie ins erste Fach ganz vorne. Diese Vokabeln sollten am besten täglich wiederholt werden – auch wenn es nur fünf oder zehn Minuten sind. Wenn du die Vokabel richtig gewusst hast, wandert sie ins zweite Fach. Diese Vokabeln kann man etwas seltener (ca. zwei bis drei Mal die Woche) wiederholen. Konntest du das Wort immer noch? – Dann kommt sie ins dritte Fach, das nur einmal in der Woche wiederholt wird. Hast du sie vergessen, so kommt sie wieder ins erste Fach.

Alternativ kann man mit einem Vokabeltrainer im Internet lernen – wie z.B. quizlet.

3. Das Einprägen von Vokabeln

Für manche Vokabeln wird das Lesen, Hören und Aufschreiben schon ausreichen, um sie zu lernen – um beispielsweise das Wort water zu lernen, dass dem deutschen Wasser sehr ähnlich ist.

Bei anderen Wörtern – wie etwa unserem crowbar – geht es leider nicht so einfach. Hier hilft eine Eselsbrücke. Nehmen wir an, du weißt schon, dass crow Krähe bedeutet. Hier kannst du dir nun folgende Szene vorstellen:

Ein Krähen-Hooligan (komplett mit Bomberjacke und Baseballschläger) geht mit seinen Kumpels in eine zwielichtige Bar. Dort gerät sie in eine wilde Prügelei, in der sie von einem Brecheisen auf dem Kopf getroffen wird.

crow at a bar with a crowbar

A crow with a crowbar at a bar. Selten war ich so stolz darauf, drei Cliparts zusammengefügt zu haben.

Wie oben bereits gesagt, sollte man sich eine solche Szene möglichst bildhaft und mit allen Sinnen vorstellen. Kalter Zigarettenrauch und der Geruch von verschüttetem Bier in der Luft, das grölende Krächzen unserer Fußballfans – mit all diesen Assoziationen kann man sich das Wort viel leichter merken.

Anfangs ist es nicht so leicht, selbst Eselsbrücken zu finden, und wird dir vielleicht seltsam vorkommen. Aber nach einer Weile wird es viel einfacher. Studien haben bewiesen, dass diese sogenannte „Schlüsselwort-Methode“ sehr viel effektiver ist als das stupide Abschreiben, das wir sonst gerne praktizieren.

4. Das Wiederholen von Vokabeln

Egal, wie viel Mühe man sich beim Aufschreiben und Einprägen der Vokabeln gibt – ohne regelmäßige Wiederholung war die ganze Anstrengung oft umsonst.

  • Unter 2. haben wir bereits gelesen, wie man mit einer Vokabelkartei lernt: Am besten täglich für 5-10 Minuten und mit regelmäßigen Wiederholungen.
  • Eine effektive Methode, alte Vokabeln zu wiederholen, sind Wortnetze: Sammle alle Vokabeln, die dir zu einem Thema einfallen, in einem Mindmap; schlage weitere dazu passende Wörter in einem Wörterbuch nach.

Wortnetz

  • Um sich Vokabeln jedoch wirklich auf Dauer einzuprägen, reicht Pauken allein jedoch oft nicht aus. Das Wichtigste ist, die Wörter so oft wie möglich zu gebrauchen – d.h. sie zu lesen, zu hören, zu schreiben und beim Sprechen zu benutzen.
  • Wenn du im Schulbuch beim Lesen eine unbekannte Vokabel antriffst, gehe (im Gegensatz zum Lesen in der Freizeit) nicht einfach darüber hinweg! Schreibe dir vergessene Vokabeln auf – auf Karteikarten, in ein Vokabelheft oder Lernprogramm – und wiederhole sie zusammen mit den neuen.
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Spielidee für den Sprachunterricht: Stadt-Land-Tatort

Dass Stadt-Land-Fluss ein gutes Spiel für den Sprachunterricht ist, ist sicher bekannt. Neulich im Spielwarenladen habe ich die Tatort-Version des Klassikers gefunden (siehe hier auf Amazon). Anstelle von Stadt, Land und Fluss muss man hier zu den Buchstaben des Alphabets folgende Felder ausfüllen:

  • Täter
  • Mordmotiv
  • Tatwaffe
  • Tatort
  • Fluchtfahrzeug
  • Todesursache
  • Ermittler
  • Schauspieler

Weil ich sowieso eine Stunde zum Thema Krimis geplant hatte, haben wir das Spiel direkt einmal ausprobiert. (Ich habe die Kategorien allerdings auf „Täter“, „Motiv“ und „Tatwaffe“ reduziert, damit es etwas schneller geht.)

Fazit: Es macht tatsächlich sehr viel Spaß, denn im Gegensatz zum „normalen“ Stadt-Land-Fluss ergeben sich aus den verschiedenen Kategorien oft absurde Geschichten. Gerade „Mordmotiv“ und „Tatwaffe“ geben auch wunderbare Redeanlässe ab: Wie überzeugend ist „Schluckauf“ als Motiv? Und wie effektiv ist eine Encyclopedia Britannica als Tatwaffe? Anschließend kann man aus den gefundenen Begriffen kleine Geschichten oder sogar ein Theaterstück schreiben lassen. Auch eine gute Übung, um Vokabeln aus dem Bereich „Strafverfolgung / Justiz“ zu wiederholen.

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Rätsel-Formen für den Sprachunterricht

Eine nette Abwechslung für den Unterricht ist dann und wann mal ein Rätsel. Aber das gute alte Kreuzworträtsel wird schnell langweilig. Hier einmal ein paar Ideen für alle, die wie ich gerne ihre eigenen Rätsel zusammenbauen. Ich möchte mich hier auf Rätselformen beschränken, die man selbst (ggf. mit einem kostenlosen Generator aus dem Internet) leicht „nachbasteln“ kann. Wer mehr möchte, kann sich auf der Seite raetselstunde.com weitere Anregungen holen.

1. Kreuzworträtsel / Crossword puzzles

Kreuzworträtsel kennen wir natürlich alle: Ein Begriff muss anhand eines Synonyms (bzw. deutscher Übersetzung), einer Erklärung oder eines Bildes erraten werden. Mittlerweile kann sie jeder im Internet erstellen (z.B. auf puzzle-maker.com). Ein Beispiel zum Thema „Haustiere“ (5. Klasse):

kreuzworträtsel

Across: 1 It eats mice. 4 It has big ears. 6 It’s an animal you keep in your house. 8 It likes cheese.
Down: 2 I like the Teenage Mutant Ninja … 3 It lives in the water. 5 It can fly. 7 It doesn’t like cats.

Kleinrätsel: Von Kreuzworträtseln lassen sich zur Abwechslung ein paar kleinere Varianten erstellen. Hier werden die Begriffe alle nur durch ein Lösungswort verbunden. Hier ein Kleinrätsel zum Thema „zählen“.

Mini-Kreuzworträtsel

Kleinrätsel gibt es in allen erdenklichen kreativen Formen und Gestalten (z.B. „Eieruhrrätsel“, „Pyramidenrätsel“, „Dartspiel“, und so weiter).

Die Vokalsuche: Ein Kreuzworträtsel, bei dem es keine Hinweise gibt, dafür sind aber schon alle Konsonanten eingetragen. Natürlich kann man auch beliebige andere Buchstaben weglassen.

Das Brückenrätsel: Drei Spalten. Links steht ein Wort. In der Mitte muss der Spieler ein Wort einfügen. Rechts ist wieder ein Wort vorgegeben. Das Wort in der Mitte stellt nun die „Brücke“ zwischen den beiden Begriffen dar: Bei „surf“ und „game“ wäre ein mögliches Brückenwort „board“ (surfboard, boardgame). Auch hier kann man wieder ein Lösungswort anlegen.

Brückenrätsel

2. Silbenrätsel / Word puzzle

Beim Silbenrätsel ist eine Anzahl von Silben vorgegeben, aus denen neue Wörter gebildet werden müssen. Oft ergibt sich aus Buchstaben der Einzelwörter noch ein Lösungswort. Ein Beispiel zum Thema „Schule und Lernen“:

silbenrätsel

Spielereien wie Silbenrauten und Silben im Achteck machen optisch etwas mehr her, sind dafür aber ungleich schwerer zu erstellen.

3. Anagramme / Buchstabensalat

Vertauschte Buchstaben: epapl = apple. Dieses Spiel kann man für fortgeschrittene Spieler komplizierter machen, indem man das gesplittete Wort auch noch aufteilt.

Beispiel: In diesem Puzzle sind drei Wassertiere versteckt. Um sie zu finden, muss man die zwei Spalten verbinden. Unser erstes Tier wäre SHR + KA = SHARK.

SHR          AE
HLW         KA
ERO          TT

4. Buchstabenrätsel

Die Wortsuche: Ein Raster mit Buchstaben, in dem Wörter versteckt sind. Die Wörter können vertikal, horizontal, schräg und sogar rückwärts angeordnet sein. Hier eine Wortsuche zum Thema „Familienmitglieder“:

P G R A N D M A S T
C O U S I N R U O M
K F U R E B S N A A
C A E F C L I T P J
G T L S E D S Q N Z
X H T M M O T H E R
D E V E P C E M B O
B R O T H E R H O K
H F W N E P H E W Y
J I U N C L E G N I

Die Wortschlange: Die popelige Version der Wortsuche. Hier ein Beispiel, in dem drei Farbwörter versteckt sind: jklbluefjkljklredkoaxfklblackoms.

Die Buchstaben-Kollektion: Man zeichne ein Acht- oder Sechseck (oder prinzipiell jede beliebige Form). In jedes Achtel (bzw. Sechstel) kommen drei Buchstaben. Man muss je einen aus jedem Feld wählen, um ein Wort zu bilden. In dieser Kollektion zum Thema „fruit salad“ sind sogar drei Wörter versteckt. Ich sag mal nicht, welche.

Buchstaben-Kollektion

5. Buchstabenrätsel mit Zahlen

Einfache Variante: Hier steht jede Zahl für einen Buchstaben (z.B. A = 1, B = 2, C = 3 …). Dazu gibt es noch mehr oder weniger deutliche Hinweise.

1 A huge, gray animal native to India and Africa: 5   12   5   16   8   1   14   20
2 An animal native to Australia: 11   1   14   7   1   18   15   15

Schwierigere Variante: Hier steht eine Zahl für mehrere Buchstaben – so wie früher, als man noch auf der Handytastatur SMS getippt hat. Zum Beispiel: 1 = ABC, 2 = DEF 3 = GHI…

6. Ankreuz-Rätsel mit Lösungswort

Lehrers Liebling. Im Prinzip nur eine Multiple-Choice-Aufgabe, bei der ein Lösungswort herauskommt.

Ankreuz-Rätsel

7. Wort-Irrgarten (Word maze)

Bei einem sogenannten word maze hat man ein mit Wörtern gefülltes Raster vorliegen. Man beginnt nun in der oberen linken Ecke und muss im „Irrgarten“ einen Weg bis zur rechten unteren Ecke finden. Dabei darf man nur Felder betreten, die eine bestimmte Art von Wort enthalten (z.B. Wörter aus einem Wortfeld (Familie, Tiere …), Wörter mit ähnlicher Aussprache, usw.). Man darf sich nur auf angrenzende Felder bewegen. Hier ein Irrgarten zum Thema „Verben der Bewegung“:

word maze

Ein Beispiel zum Aussprachetraining gibt es auf der Webseite busyteachers.com. Man könnte sich auch gut eine Variation dieses Rätsels mit dem bekannten Rösselsprungrätsel (-> Wikipedia) vorstellen, um es ein wenig interessanter zu machen.

8. Logic Puzzle / „Logical“

Gute Leseverstehensübungen sind die sogenannten „Logic Puzzles“. Hier einmal ein ganz simples Exemplar:

It’s the weekend. Janet and her friends want to go out. The girls visit different places: One goes to the zoo, one goes to the museum, one goes to the swimming pool and one goes to the restaurant. Read the clues and find out where the four friends spend their afternoon.

CLUE 1 Janet likes animals.
CLUE 2 Debbie isn’t hungry.
CLUE 3 Lily loves sports.

zoo museum pool restaurant
Janet
Jenny
Debbie
Lily

Dieses einfache Beispiel zeigt jedoch schon, warum man mit diesen Rätseln gut das detaillierte Lesen üben kann: Man muss wichtige von unwichtiger Information trennen (dass es Wochenende ist, ist für die Aufgabe nicht relevant), Weltwissen mit einbeziehen (in einem Zoo gibt es Tiere) und Verbindungen zwischen unterschiedlich formulierten Informationen finden (Schwimmen ist ein Sport; wenn man hungrig ist, geht man ins Restaurant).

Logic Puzzles kann man gut selber erfinden, wenn man so etwas gerne macht – ansonsten findet man sie auch im Netz. Natürlich gibt es auch viel kompliziertere Logic Puzzles mit mehr Kategorien, die auch eifrige Tüftler ins Grübeln bringen – wie dieses Logical von raetselstunde.com.

An dieser Stelle möchte ich euch noch ein ganz besonderes Logic Puzzle empfehlen, das man auf der Webseite des Senders PBS online spielen kann: Disease Detective. Hier muss der Spieler durch Ausschlussverfahren herausbekommen, wo die Quelle einer ansteckenden Erkrankung liegt.

9. Rätselkrimi / Mystery

„Mystery brain teasers“ oder „puzzle mysteries“ sind kurze Geschichten, bei denen der Leser selbst die Lösung erraten muss. Sie können ebenfalls gute Leseverstehensübungen sein, denn oft muss der Leser kleine Unstimmigkeiten im Text entdecken. Man lernt dabei, gezielt nach Details zu suchen.

Auch puzzle mysteries finden sich zuhauf im Netz. Wenn man jedoch einen solchen Rätselkrimi in der Nachhilfe benutzen will, sollte man den entsprechenden Text vorher gründlich prüfen, ob die Aufgabe auch dem Zweck dient, das Leseverstehen zu schulen – d.h. die Lösung darf nicht zu schwer und muss dem Text zu entnehmen sein.

10. Bilderrätsel

Hier müssen Bildern die richtigen Begriffe zugeordnet werden. Ein (oder mehrere) beliebiger Buchstabe wird nun aus jedem Bild entnommen. Daraus formt man dann ein Lösungswort.

Welche Kreatur verstecken diese Tiere wohl in ihren Anfangsbuchstaben?

Bilderrätsel

11. Domino

Bei diesem Quiz müssen „Domino-Steine“ in der richtigen Reihenfolge miteinander verbunden werden. Wenn man alles richtig gemacht hat, kommt man am Ende wieder beim Anfangsstein heraus. Optional kann man auch noch ein Lösungswort angeben.

Domino-Quiz

12. Hidden Object Games

Mit „Wimmelbildern“ lässt sich gut altes Vokabular wiederholen. Man kann diese Bilder (mit etwas Zeitaufwand) auch selbst machen. Dazu braucht man nur eine Grafikbearbeitungssoftware,  die die Arbeit mit mehreren Ebenen zulässt, oder einfach PowerPoint (mein Werkzeug der Wahl). Man zeichnet einen simplen „Raum“ – z.B. drei Striche, um Fußboden und zwei Wände anzudeuten – und füllt diesen mit Cliparts. Die findet man kostenlos z.B. auf openclipart.org. Ein Beispiel:

Find the item that’s not in the picture! Alle diese Gegenstände finden sich im unten stehenden Bild – bis auf einen. Streiche alle Objekte durch, die du entdeckt hast, und finde den “blinden Passagier”!

watering can – piggy bank – poster – green apple – chicken – books – scissors – water bottle – basketball – radiator – rabbit – violin – dollar bills – cookie – potato chips – chair – rubber – pencil sharpener – frog – fish bowl – rubber boot – camera – turtle – cooking pot – cardboard box – green sweater – laptop – calendar – letter – postcards – toy car – window – bonsai tree – bag – trousers – egg – torch – socks – Swiss army knife – toy pirate boat – magician’s hat – chess piece – cucumber – shoe – map – TV – watch – fruit bowl – alarm clock – wallet – lamp – glass of orange juice – scarf – toy train – dog – towel –keys – matchbox – clock – baseball cap – carrot – jacket– umbrella – two mice – bin – umbrella – rubber duck– glue tube – cup of coffee – desk – pen cup – stapler  – candle – flower pot – maple leaf – light switch – paper plane – socks – football – suitcase – cabinet – spider

Hidden Object Game

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Meine liebsten Etymologien im Englischen

Ich bin ein großer Fan von Etymologien. Hier einmal zwölf ausgewählte Beispiele.

  1. vaccine (Impfung)

Kommt vom Lateinischen vacca, die Kuh. Die ersten Impfungen wurden 1789 von Edward Jenner (nicht zu verwechseln mit Edwin Jenner aus The Walking Dead) durchgeführt. Er infizierte einen achtjährigen Jungen mit den (vergleichsweise harmlosen) Kuhpocken und setzte ihn anschließend den echten, tödlichen Pocken aus (nett, nicht wahr?). Der Junge erkrankte jedoch nicht, weil er durch die Kuhpocken bereits die notwendigen Antikörper gebildet hatte.

2. quarantine (Quarantäne)

Kommt von dem italienischen Wort quaranta, 40. Im Jahre 1377 erließ die Regierung der Republik Ragusa (Kroatien) ein Gesetz, um sich vor der damals wütenden Pest zu schützen: Reisende mussten vierzig Tage lang in Lazaretten bleiben, um zu sehen, ob sie Symptome der Krankheit entwickelten. Erst danach durften sie in die Stadt.

3. consider (überlegen, erwägen)

Enthält das lateinische Wort sidus – Stern. „Con-siderare“ bedeutet eigentlich „die Sterne betrachten“.

4. nightmare (Albtraum) 

Zusammengesetzt aus night (Nacht) und mare (ein nachtaktiver Kobold). Der „mare“ – auch als Incubus bekannt – setzt sich Schlafenden auf die Brust; daher das bedrückende Gefühl, wenn man einen Albtraum hat. Im Deutschen übrigens dasselbe: Der „Alb“ ist nichts anderes als ein bösartiger „Elf“, der nachts sein Unwesen treibt – deshalb heißt der Elfen- bzw. Zwergenkönigs aus der Nibelungensage auch „Alberich“.

Gemälde von Johann Heinrich Füssli: Nachtmahr

Johann Heinrich Füssli, „Nachtmahr“, um 1781.

5. clue (Hinweis, Anhaltspunkt, Schlüssel)

Dieses Wort kennen sicherlich alle aus dem Spiel „Cluedo“. Die Etymologie ist interessant: Ursprünglich ist es eine Variante des Wortes clew, welches „Garnknäuel“ bedeutet. Die Bedeutung „Hinweis“ ist eine Anlehnung an den Mythos von Theseus, der mithilfe des Ariadnefadens den Weg aus dem Labyrinth fand.

6. lady (Dame)

Kommt von dem Altenglischen hlǣfdige (loaf-kneader) – also die Person im Haushalt, die das Brot macht.

7. daisy (Gänseblümchen)

Eine Kontraktion von day’s eye – die Blätter des Gänseblümchens öffnen sich bei Tage und schließen sich in der Nacht.

8. Yucatan (die mexikanische Halbinsel)

Beruht angeblich auf einem Missverständnis: Als die spanischen Eroberer dort ankamen und die Einheimischen fragten, wie der Ort denn heiße, antworteten sie etwas, was wie „Yucatan“ klang und in ihrer Sprache „Ich verstehe nicht, was du sagst“ bedeutet. (Aus einem solchen Missverständnis (hier zwischen Deutschen und Franzosen) entstanden ist übrigens angeblich auch der französische Begriff für ein Oberlichtfenster: le vasistas – von „Was ist das?“)

Einer anderen Deutung nach kommt das Wort aus der aztekischen Sprache Nahuatl und bedeutet „reicher Ort“.

9. to decimate (dezimieren)

Vom lateinischen decimare, das sich wiederum von decimus (der zehnte) ableiten lässt. Stammt von der Praxis, bei meuternden Armeen als Kollektivstrafe jeden zehnten Mann zu töten.

10. gym (Fitnessstudio oder Sporthalle)

Giggles incoming: Eigentlich derselbe Begriff wie unser deutsches Gymnasium. Vom griechischen gymnos, was nackt bedeutet. Das γυμνάσιον war der Ort, wo man nackt Sport trieb. 

11. humor (Humor)

Bedeutet eigentlich „Flüssigkeit“ (von lat. umor). Er wurde auch für die vier Körperflüssigkeiten (Schleim, Blut, gelbe und schwarze Galle) verwendet, die nach der Vier-Säfte-Lehre den Charakter eines Menschen beeinflussen (phlegmatisch, sanguinisch, cholerisch und melancholisch). Von dieser Interpretation als „Stimmung“ oder „Laune“ nahm das Wort dann schließlich seine heutige Bedeutung an.

12. assassin (Assassine / Auftragsmörder)

Diese Etymologie ist umstritten. Der Begriff kommt angeblich vom arabischen Wort hashishiyyin – Haschischnutzer. Damit gemeint war eine Verbindung politischer Attentäter, die vom 8.-14. Jahrhundert im Iran tätig waren. Ihre Angriffe richteten sich unter anderem gegen christliche Kreuzfahrer und sollen unter dem Einfluss von Haschisch begangen worden sein.

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Freies Schreiben in der Nachhilfe üben

Hier möchte ich einmal erzählen, wie ich beim Üben der Textproduktion in der Nachhilfe vorgehe. Hier gibt es natürlich große Unterschiede, je nachdem, in welcher Klasse oder Schulform ein Schüler ist, aber im Prinzip folge ich meistens den folgenden zwölf Punkten.

SCHRITT 1: Selbsteinschätzung Zuerst frage ich die Schülerin, warum sie ihrer Meinung nach wenig Punkte auf ihre Textproduktion bekommt. Dieser Schritt ist wichtig, weil viele Schüler ihr Problem – trotz mittlerweile transparenterer Bewertung – nicht richtig einschätzen.

Beispiel: Eine Schülerin geht davon aus, dass sie die schlechten Noten für sprachliche Mängel (falsche Vokabeln, Grammatikfehler) bekommt. Sie reagiert darauf, indem sie immer „auf Nummer Sicher“ geht, komplexe Strukturen vermeidet und nur Vokabeln gebraucht, bei denen sie sich ganz sicher ist. In Wirklichkeit gefiel ihrem Lehrer jedoch ihr Stil nicht. Die Strategie der Schülerin hat also das Problem noch verschärft, nicht behoben.

Umgekehrt ist manchmal auch die Analyse des Lehrers, wo denn das Problem eines Schülers liegt, falsch. Ein plakatives „Du musst Vokabeln lernen“ als Anmerkung unter einem wenig abwechslungsreichen Text geht möglicherweise am Kern der Sache vorbei: Vielleicht verfügt der Schüler über das nötige Vokabular, kann es aber nicht einsetzen, weil er auch schon in der Muttersprache Schwierigkeiten mit dem Ausdruck hat.

SCHRITT 2: Ich gehe gemeinsam mit der Schülerin ihre Klassenarbeiten und Hausaufgaben durch. An den Anmerkungen des Lehrers / der Lehrerin kann man sehen, worauf er oder sie in der Textproduktion Wert legt. Hat die Schülerin Abzug für grammatische Fehler bekommen? Oder lagen die Schwierigkeiten eher im inhaltlichen oder stilistischen Bereich? So kann man sich gleichzeitig mit der Art der Aufgaben vertraut zu machen, die in der nächsten Arbeit zu erwarten sind.

SCHRITT 3: Ich analysiere mit der Schülerin zusammen die Aufgabenstellung. Hier passieren öfters Fehler, als man meinen sollte. Beispiele:
1. Einer meiner Schüler bekam die Aufgabe „to discuss the advantages and disadvantages of using mobile phones in school“, kannte aber das Wort (dis-)advantage nicht. Also schrieb er einen Text darüber, wie der Gebrauch von Mobiltelefonen in seiner Schule gehandhabt wurde.
2. Ein anderer Schüler versteht zwar alle Wörter im Arbeitsauftrag, beantwortet die gestellte Frage allerdings aus irgendeinem Grund trotzdem nicht. (Es ist wie mit den strandenden Walen. Keiner kann es sich erklären.) Möglicherweise schreibt er stattdessen einen leidenschaftlichen Aufsatz über die schädlichen Auswirkungen der Mobiltelefonsucht unter Elfjährigen, weil er der Meinung ist, dass Lehrer so etwas hören wollen. Vielleicht wurde eine solche Frage auch zuvor im Unterricht diskutiert oder er hat zufällig am Vorabend eine Dokumentation über das Thema gesehen – und diese Information blockiert dann irgendwie die Fähigkeit, auf die eigentliche Fragestellung einzugehen.

TIPP 1: Wenn man dieses Problem bei einer Schülerin bemerkt, kann man ihr „Thema verfehlt“-Aufsätze zu geben und sie bitten, dem Verfasser eine Note zu geben.

TIPP 2: Man kann auch erst einmal viele verschiedene Arbeitsaufträge mitbringen („Describe the development of …“, „Give examples of …“). In einem ersten Schritt lässt man sie ins Deutsche übersetzen. Danach kann man gemeinsam überlegen, was der Lehrer wohl in einer Antwort zu der Frage erwartet – und was nicht.

SCHRITT 4: Überlegen – Was brauche ich, um die Aufgabe zu beantworten? Erst besprechen wir die Frage, welches inhaltliche Wissen die Schülerin benötigt. (Einigen Schülern ist z.B. nicht klar, dass sie, wenn sie beispielsweise nach einer „eigenen Meinung“ zu einem Thema gefragt werden, diese auch mit im Unterricht gelernten Fakten verbinden müssen.)

Abgesehen vom Inhalt benötigt man natürlich auch Vokabeln: Hier kann man z.B. eine Liste mit sinnvollen Redemitteln oder ein Mindmap mit zentralen Begriffen anlegen.

Auch Wissen zum Aufbau des gewünschten Textes (wie beginnt und endet ein Brief? Wie ordnet man die Argumente in einer Erörterung an?) kann man gut vor dem Schreiben noch einmal verdeutlichen und in einer Übersicht sammeln.

SCHRITT 5: Ideen sammeln. Nachdem die Aufgabe entschlüsselt worden ist, wird erst einmal per Brainstorming überlegt, was man dazu sagen könnte. Bei jeder Idee sollte man sich fragen, was sie zum Gesamttext – der Aussage, zu der ich hingelangen will – beiträgt. Wenn sie nichts beiträgt, kommt sie weg.

SCHRITT 6: Planen. Die Schülerin bereitet eine „Outline“ für den Aufsatz vor. Auch hier heißt es wieder, das eigene Werk kritisch zu begutachten: Ist die Gliederung für einen Außenstehenden verständlich? Kommt am Ende das heraus, was ich sagen will?

SCHRITT 7: Schreiben. Hier arbeitet die Schülerin alleine. Ich finde es sinnvoll, die Benutzung eines Wörterbuchs oder Internets zu erlauben – nur so kann man ja neue Vokabeln erlernen, und auch der Umgang mit diesen Hilfsmitteln will geübt sein. Vor der Arbeit üben wir aber trotzdem auch unter Klausurbedingungen (d.h. zum Beispiel nur mit einsprachigem Wörterbuch).

SCHRITT 8: Selbstständige Korrektur. Die Schülerin liest ihren Text selbst noch einmal und untersucht ihn (evtl. mit einer Liste „häufiger Fehler“) auf Probleme.

SCHRITT 9: Inhaltliche und strukturelle Korrektur. Wenn der Nachhilfelehrer schon über die Planung geschaut hat, sollte hier eigentlich nicht mehr viel im Argen liegen. Wenn doch, hat dieses Problem natürlich Priorität. Ich unterstreiche die entsprechenden Stellen und lasse die Schülerin selbst überlegen, was damit nicht stimmen könnte.

SCHRITT 10: Sprachliche Korrektur. Auch Satzbau-, Verbbildungs- oder Präpositionsfehler markiere ich zunächst einmal markieren und helfe erst , wenn die Schülerin sie nicht selbstständig verbessern kann.

SCHRITT 11: Stilistische Korrektur. Das ist der kniffligste Teil, denn die Meinungen über „guten Stil“ gehen bekanntlich weit auseinander. Worauf ich besonders achte:

  • Sind alle Sätze klar verständlich?
  • Gibt es ein Gleichgewicht von (nicht zu) kurzen und (nicht zu) langen Sätzen?
  • Werden die Sätze sinnvoll und abwechslungsreich mit Konjunktionen und anderen Link words verknüpft?
  • Ist das Vokabular möglichst präzise?
    • Das bedeutet: Der Autor „says“ möglichst nicht, sondern „criticizes“, „implies“ oder „suggests“.
  • Ist das Vokabular in sinnvollem Maße abwechslungsreich?
    • Wie beim vorherigen Punkt. Viele Schüler scheinen zu glauben, dass man in einem Text kein Wort zweimal verwenden dürfe. Also schreiben sie statt „say“ solche Merkwürdigkeiten wie „quethe“. Der Grund, dass man nicht dauernd „say“ sagen soll, ist nur, dass andere Wörter wie „criticize“ oder „imply“ auf dem gleichen Raum mehr Information enthalten. Also um Gottes willen keinen Eiertanz um einfache Vokabeln, nur damit ja kein Wort wiederholt wird!
  • Ab ca. 9. Klasse (GY): Gibt es ab und zu komplexere Satzstrukturen? Dazu gehören:
    • Wechsel von verbalen (because it is cold) und nominalen (because of the cold) Phrasen
    • Partizipialkonstruktionen
      • „As he walks down the street, he sees a man.“ -> „Walking down the street, …“
    • zweiteilige Konnektoren (either … or, neither … nor, both … and …, not only … but)
    • Hervorhebungen, z.B. durch Inversion nach negatives:
      • Not only did he win the championship, he even …

SCHRITT 12: Festhalten der Fehler. Die Schülerin legt nun eine „Fehlerliste“ an, auf der sie Probleme aus ihrem Text aufschreibt, um sie in der Zukunft zu vermeiden. Diese Liste sollte bei der Korrektur zukünftiger Texte immer hinzugenommen werden.

Wenn man keine Zeit für alle zwölf Schritte hat oder etwas Abwechslung möchte, kann man natürlich immer auch Aufgaben zu einem Einzelschritt machen. Ein paar Ideen:

  • viele Modellaufsätze lesen und ihre Struktur untersuchen; nützliche Phrasen und grammatische Konstruktionen sammeln
  • Brainstormings – Ideen zu verschiedenen Themen sammeln und sinnvoll anordnen
  • Redemittel im Internet recherchieren, auf einer Liste festhalten, zuordnen, übersetzen …
  • Fehlersuche: Sätze mit grammatischen oder lexikalischen Fehlern untersuchen
  • selber Texte anderer Schüler (stilistisch, inhaltlich, strukturell) verbessern
  • viele verschiedene Arbeitsaufträge übersetzen und analysieren; eine Outline für eine mögliche Antwort anfertigen; von fertig geschriebenem Aufsatz die Fragestellung ableiten; „Thema verfehlt“-Aufsätze untersuchen
  • einmal ganz bewusst einen furchtbar schlechten Aufsatz schreiben und anschließend verbessern
  • Einsetzübungen zu Konnektoren und link words
  • Arbeit mit dem Wörterbuch trainieren

Noch ein letzer Tipp: Eine tolle Möglichkeit, auch ohne Lehrer das freie Schreiben zu trainieren, ist die Webseite lang-8.com. Hier tauschen Muttersprachler verschiedener Sprachen Korrekturen aus. Man schreibt einfach einen Text zu einem beliebigen Thema und erhält gewöhnlich innerhalb einiger Stunde eine Korrektur.

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Die „letzten fünf Minuten“: Eine Nachhilfestunde sinnvoll bis zum Klingeln füllen

Im Normalfall ist so eine Unterrichtsstunde ja eher zu kurz als zu lang, aber es kommt auch mal vor, dass die vorbereiteten Materialien fünf (oder vielleicht sogar zehn) Minuten zu früh ausgehen. Das ist besonders ärgerlich, wenn man eine Gruppe von Schülern unterrichtet, von denen nur einer schon fertig ist – so hat man noch nicht einmal Zeit, sich noch eine sinnvolle Aktivität auszudenken. Zudem kommt auch noch hinzu, dass sich (verständlicherweise) mancher Schüler in diesen letzten Minuten schwerlich noch dazu begeistern lässt, etwas Neues anzufangen.

Die folgenden Aktivitäten eignen sich gut für das Ende der Stunde, weil sie eher spielerischen Charakter haben und sich meistens in fünf Minuten (bei Bedarf aber auch länger) erledigen lassen. Einige eignen sich auch als Lückenfüller, wenn der Nachhilfelehrer gerade über die Kurzgeschichte im Buch drüberlesen oder eine Aufgabe improvisieren muss.

FALL 1: Gruppenunterricht – ein Schüler muss allein arbeiten

Möglichkeit 1: Ein Quiz für die nächste Unterrichtsstunde konzipieren.
Der oder die Schüler(in) schaut noch einmal über seine Arbeitsmaterialien und entwirft damit ein Quiz mit Fragen zum Thema der Stunde. Dieser Test kann z.B. Vokabelfragen, Grammatikaufgaben oder Fehlersuchen enthalten. Auf die Rückseite des Blattes kommt die Lösung. In der nächsten Stunde kann er oder sie mit dem Test überprüfen, wie viel „hängengeblieben“ ist. Alternativ kann man die Fragen natürlich auch auf Karteikarten schreiben, mit denen man auch zu Hause lernen kann.

Möglichkeit 2: Vokabeln assoziieren
Die langwierigste und komplexeste Variante ist hier das Assoziogramm. Der / die Schüler(in) bekommt ein Thema vorgegeben und muss dazu (mithilfe des Schulbuchs oder Wörterbuchs) ein Wortnetz mit möglichst vielen wichtigen Vokabeln erstellen. Also zum Beispiel: „Free time – Outdoor activities – cycling, horseback riding, hiking“. Diese Wortnetze sollte man im Ordner sammeln und immer mal wieder zur Hand nehmen, um zu sehen, wo noch geübt werden muss.

assoziogramm

Die Erstellung eines solchen Netzes nimmt natürlich gern etwas mehr Zeit in Anspruch. Wenn man etwas Schnelleres sucht, ist z.B. die ABC-Methode eine gute Wahl: Zu einem bestimmten Thema (z.B. animals) muss der Schüler Wörter sammeln – je eins pro Buchstabe des Alphabets:

A = ant
B = bird
C = cat
D = dog

Möglichkeit 3:  Rätsel 
Viele Schüler und Schülerinnen (wenn auch natürlich nicht alle) versuchen sich gerne mal an einem Rätselspiel. Dazu eignen sich z.B.
Kreuzworträtsel (z.B. zu unregelmäßigen Verben)
Wörtersuche („Scrambled Words“) – in einem Buchstabensalat Wörter finden
Boggle (ein Spiel mit Buchstabenwürfeln, aus denen Wörter gebildet werden müssen) – wenn man das Spiel nicht hat, kann man auch einfach ein paar Boggle-Szenarios ausdrucken.
Logikrätsel: kleine Texte, bei denen man z.B. widersprüchliche Aussagen entdecken muss, sind auch sehr gute Leseverstehensübungen.
Puzzles: Ein Blatt Papier mit dem Lineal in mehrere Dreiecke aufteilen. An die Kanten schreibt man nun auf die eine Seite einen Begriff und auf die andere Seite die passende Übersetzung. Das Blatt nun zerschneiden und wieder zusammensetzen lassen.

Möglichkeit 4: Sätze bilden
Eine sehr nützliche Aktivität ist es, Schüler einfach Sätze (Fragen, Verneinungen, …) in verschiedenen Zeiten bilden zu lassen. Das kann man auch spielerisch gestalten, indem man die einzelnen Satzbestandteile (und Zeiten) auf Karteikärtchen schreibt. Wer möchte, kann auch beschriftete Würfel herstellen:

Würfel 1 – I / you / she / we / they / my brother
Würfel 2 – play football / watch TV / listen to music / read a book / do sports / make a cake
Würfel 3 – in the evening / at 12 o’clock / at the weekend / after school / in the afternoon / on Sunday
Würfel 5 – always / sometimes / never / usually / often / normally

Wenn man nicht so viel basteln will, tut es auch ein Blatt mit Blanko-Bausteinen (Susan / play) und ein einziger Würfel für die verschiedenen Zeiten (1 = simple present, 2 = present progressive, usw.).

FALL 2: Es gibt mindestens eine Person, die sich mit dem Schüler beschäftigen kann (Nachhilfelehrer oder anderer Schüler)

Hier bieten sich Spiele an. Das Spielen ist dabei keinesfalls Zeitverschwendung, sondern eine gute Möglichkeit, mal etwas zu üben, das bei der Nachhilfe sonst zu kurz kommt – z.B. das Sprechen (Tabu, Personenraten) oder die Wiederholung älterer Grammatik und Vokabeln.

Möglichkeit 1: Schnelle Spiele, die keine Vorbereitung oder Material erfordern
a) Stadt-Land-Fluss
b) Hangman
c) Seven-Up (auf Englisch zählen und alle durch 7 teilbaren Zahlen mit „blopp“ ersetzen)
d) Personen- / Gegenstände- / Beruferaten
e) bei jüngeren Schülern: Simon Says
f) ABC Race (zu einem Wortfeld (z.B. „animals“) Begriffe von A-Z finden: A = ant, B = bird, C = chameleon …)
g) Kofferpacken
h) Blip (durch Fragen ein Verb erraten)
i) Vokabel-Fußball (für drei und mehr)
j) Noughts and Crosses (für drei und mehr)
k) Outburst

Möglichkeit 2: Schnelle Spiele, für die man ein bisschen Material dabei haben bzw. Vorbereitung einplanen muss 
Hier gibt es zum Beispiel:
a) Tabu – Begriffe erklären (PDF)
b) Guess Who (für zwei Spieler) (PDF) – Mittels von Fragen zu Aussehen und Kleidung herausfinden, welche von 16 Personen sich der andere Spieler ausgesucht hat
c) Dobble Kids (ein kommerzielles Spiel, bei dem man so schnell wie möglich die Namen von Tieren rufen muss)
d) Kleines Memory (z.B. mit 16 Karten)
e) Schnelles Bingo: Die Schüler schreiben deutsche Begriffe in ein 3 x 3er Raster. Der Lehrer liest nun auf Englisch eine Geschichte vor, in der die Begriffe vorkommen. Wer als erster drei Begriffe in einer Reihe durchgestrichen hat, gewinnt.

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Die Verwendung von this / that / these / those

Diesen Artikel gibt es auch mit Übungen als PDF.

nahe beim Sprecher

Signalwörter: here, now …

weit weg vom Sprecher

Signalwörter: over there, back then …

Singular

(eine Person / Sache)

this cat (here)
diese Katze (hier)
that cat (over there)
diese Katze (da drüben)
Plural

(zwei oder mehr)

these cats (here)
diese Katzen (hier)
those cats (over there)
diese Katzen (da drüben)
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Mengenangaben im Englischen: much / many, a lot of, (a) few / (a) little

Mengenangaben im Englischen – Übersicht

mengenangaben

[A] Die Verwendung von many/few und much/little:

Many und (a) few verwendet man bei zählbaren Substantiven, die im Plural stehen. Zum Beispiel:

many / (a) few                       CDs / horses / men / ideas …

Much und (a) little verwendet man bei nicht zählbaren Substantiven. Sie können nur im Singular stehen:

much / (a) little          water / paper / help / information …

[B] Die Verwendung von many/much und (a) lot of:

In der gesprochenen Sprache verwendet man many und much meist in verneinten Sätzen und Fragen sowie nach den Wörtern too, so, as und how.

A lot of und lots of kann man außer nach too, so, as und how immer verwenden; sie sind etwas informeller. Förmlicher ist die Formulierung plenty of.

I haven’t got many friends.                          I haven’t got a lot of / lots of friends.

seltener: I have got many friends.               häufiger: I have a lot of / lots of friends.

How many friends have you got?               – nicht möglich!

I have too many friends /                           – nicht möglich!
so many friends /
as many friends as you.

[C] Die Verwendung von little / few und a little / a few:

Little / few bedeutet wenig(e):

There is very little water left. – Es ist sehr wenig Wasser übrig.
Few students passed the test. – Wenige Schüler haben den Test bestanden.

A little / a few bedeutet ein bisschen / ein paar:

There is a little water left. – Es ist ein bisschen Wasser übrig.
A few students passed the test. – Ein paar Schüler haben den Test bestanden.

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Spiele für den Sprachunterricht VII: Quiz-Formen

Ich habe mich in den letzten Tagen in die Spiele-Sammelei etwas hineingesteigert, aber es gibt einfach so viele vielversprechende Kandidaten, die noch aufgeführt werden sollen. Heute mal eine etwas andere Kategorie: Es geht darum, wie man mit den Schülern auf möglichst abwechslungsreiche Art ein Vokabel“abfrage“ gestalten kann. Bei diesen Spielen wird also ein beliebiger Wissensinhalt in Spielform verpackt.

1. Wer wird Millionär: Ratespiel mit vier Möglichkeiten

Es spielen beliebig viele Gruppen gegeneinander. Die „Kandidaten“ kommen nach vorne und erhalten vier Karten in verschiedenen Farben mit den Buchstaben A-D darauf. Nun stellt der Lehrer eine Frage mit den Auswahlmöglichkeiten. Bevor sie ihre Stimme abgeben, dürfen die Kandidaten sich entscheiden, ob sie ihre Gruppe befragen wollen (Publikumsjoker), eine einzelne Person fragen (Telefonjoker) oder sich zwei Möglichkeiten durchstreichen lassen. Dann zeigen die Kandidaten gleichzeitig ihre Antworten.

In den nächsten Runde sitzt ein anderer „Kandidat“ vorne, damit sich die Verantwortung auch gleich verteilt. Die Gruppe, die am Ende die meisten Fragen richtig beantwortet hat, gewinnt.

2. Vokabel-Fußball

Der Lehrer zeichnet ein Fußballfeld an die Tafel. Als Ball wird ein Magnet in den Mittelkreis gesetzt. Es bilden sich nun zwei „Mannschaften“. Wenn Mannschaft 1 eine Frage richtig beantwortet, bewegt sich der Magnet näher ans gegnerische Tor. Nach einer festgelegten Zahl richtiger Antworten hintereinander ist der Ball im Netz. Wenn eine falsche Antwort gegeben wird, ist die andere Mannschaft an der Reihe. Am Ende gewinnt das Team mit den meisten Toren.

Vokabel-Fußball

3. Noughts and Crosses / Tic Tac Toe

Der Lehrer zeichnet ein Tic Tac Toe-Feld (Raster mit 3×3 Feldern) an die Tafel. Die zwei Teams (Kreuz und Kreis) können sich nun aussuchen, in welches Feld sie ihr Zeichen setzen möchten. Wenn sie die Frage korrekt beantworten, zeichnet der Lehrer es ein; ansonsten müssen sie es in der nächsten Runde noch einmal versuchen. Wer als erster drei in einer Reihe hat, gewinnt.

Für ein etwas längeres Spiel kann man natürlich auch 4×4 Felder nehmen.

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