Spiele für den Sprachunterricht I: Vielseitige Vokabel- und Grammatikspiele für den Englischunterricht

Diese Spielideen für den Englischunterricht kann man für eine Vielzahl von Themen und Spielvarianten anpassen.

1. TABU / “Guess the word” – Begriffe erklären und raten (PDF mit leichten Begriffen ab der 6. Klasse)
Niveau: je nach Variante ab 5. Klasse
Vorbereitung: Begriffe auf Karten schreiben
Übt: Vokabeln oder Landeskunde-Themen, freies Sprechen, Umschreiben, Definitionen verstehen, Relativsätze

Ein Spieler zieht eine Karte und erklärt den Begriff darauf, sodass die anderen Teammitglieder ihn erraten können. Man kann weitere Begriffe angeben, die ebenfalls “verboten” sind, um das Spiel etwas schwieriger zu machen.

Alternativen und Variationen zu Tabu:

  • Partner-Kreuzworträtsel: Zwei Partner bekommen ein Kreuzworträtsel, das je zur Hälfte ausgefüllt ist. Um ihr Rätsel zu vervollständigen, müssen sie sich gegenseitig die fehlenden Begriffe erklären.
  • Begriffe malen oder pantomimisch darstellen. Dies ist eine Variante, die sich besonders für jüngere und schwächere Schüler eignet.
  • Relativsätze verwenden. Tabu ist eine gute Möglichkeit, die grammatische Struktur des Relativsatzes einzuüben: „It’s a person who …“, „It is an object that …“

2. Find the Pair – Zuordnungsspiele (PDF: Memory mit unregelmäßigen Verben, ab 6. Klasse)
Niveau: ab 5. Klasse
Vorbereitung: ggf. Memorykarten basteln oder Wortlisten schreiben
Übt: Vokabeln, Zuordnungen (lexikalische Felder, Gegensatzpaare …); beliebiges Grammatik- oder Landeskundethema “verpacken”

Das klassische “Memory”-Spiel, bei dem man Paare suchen muss. Das können eine Vokabel und ihre Übersetzung sein, aber auch Gegenteile (hot – cold), Begriffe, die Komposita bilden (apple juice, milk shake, ice-cream …) oder Wortfelder (school – student, fruit – banana …). Genauso gut kann man sich ein Grammatik-Memory ausdenken, bei dem man z.B. einem Aussagesatz (I go, I’m going) die Verneinung in derselben Zeit (I don’t go, I’m not going) zuordnen muss.
Hier gibt es ein paar Spielvarianten, um es interessanter zu machen:

  • Find the Pair als Reaktionsspiel: Die eine Hälfte der Karten wird unverdeckt auf dem Tisch ausgebreitet. Der Spielleiter sagt nun auf Deutsch das Wort, das gesucht wird. Wer die Karte sieht, muss so schnell wie möglich die englische Übersetzung rufen und sich die Karte nehmen.
  • Find the Pair an der Tafel, ganz ohne Karten: Der Lehrer schreibt mehrere Begriffe ungeordnet an die Tafel. Zwei Spieler treten gegeneinander an. Sie werden mit verschiedenfarbiger Kreide ausgestattet. Dann liest der Lehrer das erste Wort von seiner Liste vor (“apple”). Jeder Spieler versucht nun, so schnell wie möglich das dazugehörige Wort zu finden und zu unterstreichen (“juice”). Am Ende werden die richtigen Unterstreichungen gezählt.
    Ein bisschen mehr Arbeit macht Find the pair mit noch mehr Bewegung und echten „Karten“ (DIN-A-4-Blätter mit großer Schrift), die man überall im Klassenzimmer anbringen muss. Die Spieler starten an derselben Stelle und müssen in gesetzter Zeit so viele Paare wie möglich sammeln.
  • Find the Pair im Heft, ohne Karten: Statt einen Schüler an die Tafel zu holen, lässt der Lehrer alle Schüler die Begriffe abschreiben. Dann liest er wieder die Liste vor, diesmal jedoch ist jeder Begriff mit Zahlen versehen (“Number 1: apple”). Die Schüler müssen nun, jeder für sich, neben das Wort “juice” die Zahl 1 schreiben. Anschließend wird das eigene Blatt mit dem Partner getauscht, während an der Tafel die Lösungen angeschrieben werden. Wer alle Wörter richtig verbunden hat, bekommt einen kleinen Preis.
  • Find the Pair mit mehr als zwei zusammengehörigen Begriffen: Auch einmal Dreier- oder Viersets suchen lassen (z.B. Wortfeld “Tiere” und Wortfeld “jobs”, Verben im simple past, present und past participles …).

3. Domino 
Niveau: unterschiedliche Spieltypen für alle Niveaus möglich 
Vorbereitung: Dominosteine basteln 
Übt: besonders Wortschatz und Wortbildungsmuster, Phrasen

Ein weiteres Zuordnungsspiel ist Domino. Hier werden die Spielsteine in zwei Hälften geteilt, auf die verschiedene Wörter geschrieben werden, z.B: [juice / class], [room / apple]. Die Enden müssen nun so aneinandergelegt werden, dass sich ein neues Wort ergibt; gegebenenfalls muss das neu entstandene Wort übersetzt werden. Wer zuerst alle seine Steine abgelegt hat, gewinnt. Bei diesem Spiel sollte man den Schülern entweder eine Liste mit möglichen Lösungen an die Hand geben oder danach kontrollieren, damit kein “apple cake” oder “cheese pie” herauskommt.

  • Domino mit Zahlen: auf den Steinen stehen Nummern (1, 25, 160, 102498 …) und ausgeschriebene Zahlen.
  • sinnvolle Wortkombinationen: [the guitar / read] [a book / open] [the window / write] [a letter / play] [football / do] [sports / watch] [TV / visit] …
  • Komposita-Domino: apple juice, apple sauce, apple pie / orange juice, cheese sauce, meat pie.
  • Vor- oder Nachsilben: [information / dis-] [appear / mis-] [understand / re] [play / un] [fair / im] …
  • Explanation Domino (PDF): Ein kommunikatives Spiel. Domino mit Bildern – die Spieler müssen versuchen, eine Verbindung zwischen zwei Bildern herzustellen und diese zu erklären.

4. Sentence Puzzles / Satzpuzzle
Niveau: ab 5. Klasse 
Vorbereitung: Tabelle an der Tafel anzeichnen, Papier mit Wörtern beschriften und mit Kreppband an der Wand befestigen 
Übt: Satzstellung, Vokabeln

Hier müssen Dinge in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt werden – z.B. Sätze. Solche Puzzle eignen sich gut für die Tafel. Einfach eine Tabelle mit den Spalten “Time / Subject / Verb / Object / Place / Time” und mit je drei Zeilen pro Team anzeichnen. Die Wörter (oder Wortgruppen), mit denen die Tabelle gefüllt werden soll, groß auf DIN-A-4-Seiten schreiben. Die Wörter werden mit Kreppband an der hinteren Wand im Klassenzimmer befestigt.

Die Schüler bilden nun zwei Teams und stellen sich dazu in zwei Reihen auf. Auf “Los” nimmt sich der Schüler ein Blatt von der Wand und klebt es an die richtige Stelle an der Tafel. Der nächste Schüler kann entweder ein neues Wort dazusetzen oder ein altes an eine andere Position setzen. Das Team, das als erstes seine drei Zeilen fehlerfrei gefüllt hat, gewinnt.

Natürlich kann man auch in kleinen Gruppen und Karteikarten statt DIN-A-4-Seiten spielen.

5. Bingo
Niveau: ab 5. Klasse, unterschiedliche Varianten für alle Niveaus möglich
Vorbereitung: Wortliste, ggf. Bilder 
Übt: Vokabeln einprägen, ggf. Definitionen verstehen

Das Spiel kennen sicher noch alle aus der Grundschule. Aber mit ein bisschen Variation kann man aus Bingo eine interessante und sehr lehrreiche Aktivität für alle Niveaus und Altersstufen machen.

Erst einmal die Grundregeln: Die Schüler zeichnen ein quadratisches Raster (z.B. 4×4 oder 5×5 Felder) auf ein Blatt Papier. Nun nennt der Spielleiter ihnen Wörter, die sie wild vermischt (nicht nebeneinander) in das Raster schreiben (ein Wort pro Feld), z.B. “horse”, “make”, “apple” … Wenn die Begriffe noch nicht geübt wurden, macht es Sinn, sie an der Tafel anzuschreiben und die deutsche Bedeutung daneben zu setzen. Natürlich ist das Abschreiben der Übersetzung verboten, und sie wird vor der zweiten Phase abgewischt.

Wenn das Spielfeld fertig ist, nennt der Spielleiter die Begriffe in Variation. Wenn z.B. die Begriffe vorher auf Englisch diktiert wurden, sagt er nun die deutsche Übersetzung (“Pferd”, “machen”, “Apfel”). Die Spieler müssen das genannte Wort durchstreichen. Wer als erster eine Reihe ganz gefüllt hat (senkrecht, horizontal oder quer) gewinnt.

Variationen:

  • Statt die deutsche Übersetzung der Vokabel zu nennen, kann man auch Bilder des Gegenstandes zeigen (so kann man alle Sinne ansprechen) oder – noch besser – den Begriff auf Englisch erklären. Man kann auch Gegenteile suchen, das Wortfeld angeben oder eine Geschichte vorlesen, in der die Begriffe vorkommen. So werden die Begriffe im Kontext gelernt.
  • Bei unregelmäßigen Verben: Am Anfang nur den Infinitiv aufschreiben. Um ein Bingo zu bekommen, muss der Schüler auch das simple past und das past participle nennen.
  • Auch Zahlen lassen sich toll mit diesem Spiel lernen: Die Schüler schreiben Nummern in ihre Felder („145“, „52“, usw.). Der Lehrer liest dann die Zahl auf Englisch vor („one hundred forty-five“).

6. Shout It Out: Antworten möglichst schnell rufen

Die Schüler werden in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe bildet eine Schlange; die Schlangen stellen sich nebeneinander auf. Nun wird eine Frage gestellt (in einem Wort zu beantworten). Die Schüler in der ersten Reihe müssen nun so schnell wie möglich die Antwort rufen. Wer als erster die Antwort weiß, verlässt die Schlange; der Schüler hinter ihm nimmt seinen Platz ein, um die zweite Frage zu beantworten. Die Reihe, die zuerst zu Ende ist, hat gewonnen.

Das Spiel eignet sich z.B. für:

  • unregelmäßige Verben
  • Präpositionen mit bestimmten Verben und Adjektiven (good at, believe in …)
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