Spiele im Sprachunterricht II: Buchstabieren und Zählen üben

Mit den folgenden Spielen kann man im Englischunterricht die Zahlen und das Alphabet trainieren.

Hangman

1. Galgenmännchen / Hangman: Buchstabieren
Niveau: ab 5. Klasse 
Vorbereitung: keine
Übt: Buchstabieren, Vokabeln

Bis vor Kurzem habe ich Hangman für ein reines Zeitverschwendungs-Spiel ohne viel Lerneffekt gehalten – bis ich feststellen musste, dass sogar manche älteren Schüler sich nicht so sicher sind, wie „y“, „w“, „h“ „e“ und „i“ doch gleich ausgesprochen werden. Praktisch an Hangman ist, dass die Regeln normalerweise jedem bekannt sind und das Spiel keine Vorbereitung braucht und auch in den letzten „fünf Minuten“ (wenn der Unterrichtsentwurf zeitlich nicht ganz hingehauen hat) einmal spontan gespielt werden kann. Mit aktuellen Vokabeln aus dem Buch ist der Lerneffekt noch größer.

So geht’s: Eine Schülerin denkt sich ein Wort aus und zeichnet Striche für die Buchstabenzahl (z.B. __ __ __ für cat) an die Tafel. Die anderen dürfen nun Buchstaben nennen, die dann an der entsprechenden Stelle eingetragen werden (“Is there an ‘A’ in the word?” – __ A __”). Nach einer festgelegten Anzahl von Fehlversuchen gilt das Spiel als verloren.

2. Spelling Race: Buchstabieren
Niveau: ab 5. Klasse
Vorbereitung: keine
Übt: Buchstabieren

Der Lehrer nennt ein Wort (“cake”). Der erste Schüler muss es korrekt buchstabieren (“c-a-k-e”). Der Schüler neben ihm nennt nun ein Wort, das mit dem Endbuchstaben des ersten Wortes beginnt (“elephant”). Der nächste in der Reihe muss nun dieses Wort buchstabieren, und so weiter. Wer einen Fehler beim Buchstabieren macht oder kein Wort weiß, scheidet aus.

3. Secret Word Riddles / Das geheime Wort 
Niveau: ab 5. Klasse
Vorbereitung: Wortlisten mit Rätseln oder Bildern
Übt: Vokabeln, Buchstabieren

Der Lehrer gibt eine verschleierte Erklärung für ein Wort ab oder zeigt ein Bild, das nicht hundert Prozent eindeutig ist. Der erste Schüler, der meint, das Wort zu kennen, steht auf. Er muss dann den ersten Buchstaben nennen, der (sofern er richtig ist) an die Tafel geschrieben wird. Daraufhin wird wahrscheinlich schon der nächste aufstehen, der dann den zweiten Buchstaben nennt, usw. Wenn ein Buchstabe falsch war, muss man sich wieder setzen.

4. Spelling bee 
Niveau: ab 5. Klasse 
Vorbereitung: keine 
Übt: Vokabeln, Buchstabieren

Die Schüler stellen sich in zwei oder mehr Schlangen auf. Der Lehrer gibt den Schülern in der ersten Reihe nun nacheinander ein Wort zu buchstabieren. Wer es richtig buchstabiert, darf ans Ende der eigenen Schlange gehen; wer einen Fehler macht, muss sich setzen. Die Schlange, die am Ende noch am längsten ist, hat gewonnen.

4. Seven-Up: Zählen üben
Niveau: ab 5. Klasse
Vorbereitung: keine
Übt: Zahlen

Die Schüler stehen auf und zählen reihum. Klingt einfach? Alle Zahlen, die eine 7 enthalten (7, 17, 27, …) oder durch 7 teilbar sind (14, 21, 28, 35 …) müssen durch “blopp” ersetzt werden. Wer eine Zahl nicht weiß oder das “blopp” vergisst, scheidet aus und muss sich setzen.

Variationen:

  • Wie wir alle wissen, sind Jahreszahlen auch älteren Schülern verhasst. Hier kann man mit größeren Zahlen beginnen (1487). Statt alles durch sieben teilen zu lassen, kann man hier als Regel einsetzen, dass alle Zahlen, die sieben oder eine Schnapszahl enthalten, durch “blopp” ersetzt werden müssen.

5. Excuse Me, Are You John Miller?
Niveau: je nach Adaption des Spiels ab 5. Klasse, aber wegen der Hintergrundstory und komplexen Redemitteln auch gut für ältere Lerner (Business-Englisch-Kurse) geeignet. Man kann es auch in neu zusammengewürfelten Erwachsenenkursen als Eisbrecher einsetzen, um die Namen der Teilnehmer lernen zu lassen.
Vorbereitung: Kärtchen mit Namen und Telefonnummern
Übt: Sprechakte, Zahlen, Teamarbeit

Zuallererst wird die Klasse in zwei Gruppen mit mindestens zehn Spielern geteilt; die Gruppen werden „markiert“ (halten sich immer in derselben Raumhälfte auf oder tragen blaue / rote Partyhütchen). Nun wird in jeder Gruppen ein Kartenset verteilt. Jeder Schüler enthält eine Karte nach dem folgenden Muster:

Your name: Matthew Smith
Your phone number: 0123456789

You’ve got a new job. Your boss says that you have to organize a work group, but you don’t know your colleagues‘ names yet. Find these people and ask them for their numbers:

Sally Parker: _______________________
Sebastian Smith: _______________________
Karen Philipps: _____________________
Luise Thatcher: _______________________

Beide Gruppen müssen nun daran arbeiten, dass alle Gruppenmitglieder möglichst schnell ihren Zettel gefüllt bekommen. Dazu verwenden sie solche Dialoge:

PLAYER 1: Excuse me, please. My name is Matthew Smith. Are you Sally Parker?
PLAYER 2: No, I’m not. I’m Jacob Walker.
PLAYER 1: Oh, I’m sorry. Goodbye, Mr Walker!

PLAYER 3: Excuse me, please. My name is Sally Parker. Are you Jacob Walker?
PLAYER 1: No, I’m not. My name is Matthew Smith. But I know Jacob Walker. He’s over there. (deutet auf den Spieler „Jacob Walker“)
PLAYER 3: Thank you! Goodbye, Mr Smith!

PLAYER 3: Excuse me, please. My name is Sally Parker. Are you Jacob Walker?
PLAYER 2: Yes, I am.
PLAYER 3: Could you give me your phone number, please?
PLAYER 2: Of course. It’s 9-8-7-6-5-4-3-2-1.
PLAYER 3: Thank you! Goodbye, Mr Walker!

Die Spieler müssen also einerseits versuchen, ihre eigenen Karten zu füllen. Andererseits müssen sie sich die Namen der anderen Spieler merken, damit das ganze Team seine Zettel so schnell wie möglich füllen kann.

6. Zahlen-Quartett
Niveau: je nach Ausführung – beliebig 
Vorbereitung: Quartettspiel besorgen 
Zeitaufwand: 10-15 Minuten

Das beliebte Quartettspiel kennen sicher alle: Man hat Karten mit verschiedenen Zahlenangaben darauf. Zwei Spieler treten gegeneinander an: Wer im ausgewählten Bereich die höhere Zahl hat, bekommt die Karte. Ziel des Spiels ist es, vier Karten aus derselben Kategorie zu sammeln.

Perfekt, um die Aussprache von Zahlen zu üben, und mit selbstgebastelten Karten (zugegeben nicht wenig Arbeit) kann man gleich auch etwas Landeskunde, Vokabeln und interessante Fakten mitlernen.

Wer es schnell haben will, kann einfach ein beliebiges (englischsprachiges) Quartettspiel nehmen – zu Autos, Dinosauriern, etc.

Mit ein wenig Einfallreichstum und Fleiß lässt sich so ein Spiel jedoch für fast jedes Thema herstellen. Nehmen wir zum Beispiel „food“: Hier könnten wir die Kategorien „calories per gramm“, „kilos consumed per year“, „fat content“ … etc. verwenden und nach Gruppen wie „fruit“, „vegetables“ und „meat“ suchen lassen.

Landeskundethemen wären z.B. „English-speaking countries“ (number of citizens, average age of citizens, national output, literacy rate …) oder „animals of Australia“ (weight, population, deadliness …).

7. Unscrambled Eggs

Man nehme …
– die gelben Plastikbehälter aus Ü-Eiern (oder beliebige Behälter, es ist nur wegen des Wortwitzes lustig, wenn es Eier sind)
– Buchstabenplättchen (z.B. aus Scrabble – oder einfach Buchstaben auf Pappe schreiben und ausschneiden)

… und sortiere die Schüler in Gruppen. Jede Gruppe enthält eine beliebige Anzahl von Eiern. Jedes Ei enthält Buchstabenplättchen. Diese lassen sich zu je einem Wort zusammensetzen, das vor Kurzem gelernt wurde und zu einem bestimmten Themenfeld gehört (z.B. Wortfeld „politics“: g-o-v-e-r-n-m-e-n-t, e-l-e-c-t-i-o-n, p-r-e-s-i-d-e-n-t). Das Team, das als erstes all seine Eier „unscrambled“ hat, gewinnt.

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