Leseverstehen für 10.Klasse/Oberstufe: “The printed prosthesis revolution”

In diesem Arbeitsblatt findet ihr einen Text zum Thema 3D-gedruckte Prothesen aus dem Magazin Mosaic Science. Der Originaltext von Fathima Simjee wurde unter einer CC BY 4.0-Lizenz veröffentlicht und ist hier zu finden: https://mosaicscience.com/story/printed-prosthesis-revolution/

Leseverstehen “The printed prosthesis revolution”: (PDF) (DOCX)

Columbus Day Special: Wortschatz, Hör-Seh-Verstehen und Schreiben

Der zweite Montag im Oktober ist Columbus Day – ein Anlass, sich einmal näher mit dem Entdecker aus Genua zu beschäftigen. Das heutige Arbeitsblatt  bietet wie das 4th of July-Spezial Aufgaben zu einer externen Quelle, in diesem Fall zu einem Video von Bad Crayfish Productions auf youtube. An das Hör-Seh-Verstehen schließt sich ein kurzes Leseverstehen zum Thema “Entfernung einer Columbus-Statue aus einem Park” an, zu dem die SchülerInnen einen Kommentar verfassen sollen. Zielgruppe ist 10. Klasse und höher.

Arbeitsblatt:  (PDF) (DOCX)

Youtube-Video: “Christopher Columbus – What Really Happened” (https://www.youtube.com/watch?v=aF_unlvjccA)

Kommaregeln im Englischen

Zu diesem Thema gibt es ein Arbeitsblatt mit Erklärungen und Übungen:(DOCX) (PDF)

Die Kommasetzung folgt im Englischen weniger strikten Regeln als im Deutschen; es kommt oft darauf an, was im jeweiligen Kontext am verständlichsten und am besten lesbar ist. Hier ein paar Grundregeln. Kommas setzt man:

  1. In Aufzählungen. Die Elemente einer Aufzählung ohne Bindewörter werden mit Kommas abgetrennt. In einer Aufzählung mit mindestens drei Gliedern kann vor and ein Komma stehen (das sog. ‚Oxford comma‘); es kann Unklarheiten vermeiden.

We’ve got crisps, crackers, chocolate(,) and jelly beans.

VERWIRREND: I love my friends, Homer Simpson and Britney Spears. (-> Es klingt, als seien Homer und Britney die Freunde.)
BESSER: I love my friends, Homer Simpson, and Britney Spears. (Es ist klar, dass drei unabhängige Elemente gemocht werden.)

  1. Zwischen zwei Hauptsätzen. Vor den nebenordnenden Konjunktionen for, and, nor, but, or, yet, so (Merkwort FANBOYS) steht ein Komma, wenn danach ein vollständiger Satz folgt.

He was tired, but he kept going.
ABER kein Komma bei unvollständigem Satz: He was tired but kept going.
UND kein Komma vor Nebensätzen: He was tired because he had been up all night.

  1. Manchmal nach adverbialen Bestimmungen am Satzanfang.

3a. Immer nach adverbialen Nebensätzen, Partizipial-, Infinitiv- und Gerundkonstruktionen.

If you ask him, he’ll help you.
Having eaten five pieces of cake, Steve felt sick.
To tell you the truth, I couldn’t have done it without Peter’s help.
On hearing the news, she fainted. 

3b. Normalerweise nach conjunctive adverbs (die Sätze logisch verknüpfen) und adverbs of comment (die eine Meinung zum Ausdruck bringen).

However / In fact / Therefore …, they still haven’t found a solution.
Unfortunately / Remarkably / Surprisingly …, this is still a huge problem.

3c. Nach anderen adverbialen Bestimmungen (z.B. des Ortes oder der Zeit) nur dann, wenn sie sehr lang sind oder das Komma zu mehr Klarheit verhilft. 

After a nap Paul went to see his friend.
After a long nap on the couch, Paul went to see his friend. 

VERWIRREND: After that time was up and everybody had to hand in their tests.
(Man liest zunächst “… nach dieser Zeit” und merkt dann erst, dass “that” und “time” nicht zusammengehören.)
BESSER: After that, time was up and everybody had to hand in their tests.

  1. Vor und nach direkter Rede – außer nach einem Ausrufe- oder Fragezeichen am Ende der direkten Rede.

He said, “You’re my best friend.”  / “You’re my best friend,” he said. / “You,” he said, “are my best friend.”
ABER kein Komma bei ! und ?: “You’re my best friend!” he said.

 

  1. Nach Grußformeln; nach Ausrufen; vor und nach Anreden

Good morning, how are you?
Oh, it’s you. / Well, that’s what I thought.
Mum, can I have a cookie? / Thank you, Daniel.

  1. Nach Yes und No und vor question tags:

Yes, I’m from New York. / No, I’m not.
You’re from New York, aren’t you?

  1. Am Satzende vor please, too und either.

Pass me the sugar, please. (ABER nicht am Satzanfang: Please pass me the sugar.)
I’d like some tea, too. / I don’t want any tea, either.

  1. Zwischen gleichrangigen Adjektiven (Adjektiven, die man in der Reihenfolge vertauschen oder mit and verbinden könnte):

The collection has some funny, original stories in it. = lustige, originelle Geschichten (= funny and original stories)
This is a new original series. = eine neue Originalserie

  1. Bei Einschüben, die man auch weglassen könnte. Dazu gehören z.B. Appositionen, verbindende und kommentierende Adverbien und non-defining relative clauses.

Mrs Smith, our new English teacher, is very nice.
She is not, however, the best English teacher we’ve ever had.
Mrs Smith, who is our new English teacher, is very nice.

ABER: Bei defining relative clauses, die ihr Bezugswort definieren, darf kein Komma stehen. Vergleiche:

defining: I have three brothers who live in different cities. My brother who lives in New York is a teacher.
non-defining: I only have one brother. My brother, who lives in New York, is a teacher.

  1. Bei Zahlen, Datum und Ortsangaben:

10a zum Trennen der Tausender in ganzen Zahlen:

one thousand = 1,000
(Achtung: für Dezimalzahlen verwendet man einen Punkt. Anderthalb = 1.5)

10b Wenn ein Datum aus mehr als zwei Bestandteilen besteht, werden diese durch Komma abgetrennt und hinter der Datumsangabe ein Komma gesetzt.

On May 15, 1990, Mike Miller was born.
ABER: Mike Miller was born in May 1990. (nur zwei Bestandteile)

10c Bei der beliebten Kombination von Stadt und Land (bzw. Bundesstaat) steht zwischen beiden Elementen und danach ein Komma.

I have friends in Springfield, Illinois, and in Paris, France.

Freies Schreiben in der Nachhilfe üben

Hier möchte ich einmal erzählen, wie ich beim Üben der Textproduktion in der Nachhilfe vorgehe. Hier gibt es natürlich große Unterschiede, je nachdem, in welcher Klasse oder Schulform ein Schüler ist, aber im Prinzip folge ich meistens den folgenden zwölf Punkten.

SCHRITT 1: Selbsteinschätzung Zuerst frage ich die Schülerin, warum sie ihrer Meinung nach wenig Punkte auf ihre Textproduktion bekommt. Dieser Schritt ist wichtig, weil viele Schüler ihr Problem – trotz mittlerweile transparenterer Bewertung – nicht richtig einschätzen.

Beispiel: Eine Schülerin geht davon aus, dass sie die schlechten Noten für sprachliche Mängel (falsche Vokabeln, Grammatikfehler) bekommt. Sie reagiert darauf, indem sie immer “auf Nummer Sicher” geht, komplexe Strukturen vermeidet und nur Vokabeln gebraucht, bei denen sie sich ganz sicher ist. In Wirklichkeit gefiel ihrem Lehrer jedoch ihr Stil nicht. Die Strategie der Schülerin hat also das Problem noch verschärft, nicht behoben.

Umgekehrt ist manchmal auch die Analyse des Lehrers, wo denn das Problem eines Schülers liegt, falsch. Ein plakatives “Du musst Vokabeln lernen” als Anmerkung unter einem wenig abwechslungsreichen Text geht möglicherweise am Kern der Sache vorbei: Vielleicht verfügt der Schüler über das nötige Vokabular, kann es aber nicht einsetzen, weil er auch schon in der Muttersprache Schwierigkeiten mit dem Ausdruck hat.

SCHRITT 2: Ich gehe gemeinsam mit der Schülerin ihre Klassenarbeiten und Hausaufgaben durch. An den Anmerkungen des Lehrers / der Lehrerin kann man sehen, worauf er oder sie in der Textproduktion Wert legt. Hat die Schülerin Abzug für grammatische Fehler bekommen? Oder lagen die Schwierigkeiten eher im inhaltlichen oder stilistischen Bereich? So kann man sich gleichzeitig mit der Art der Aufgaben vertraut zu machen, die in der nächsten Arbeit zu erwarten sind.

SCHRITT 3: Ich analysiere mit der Schülerin zusammen die Aufgabenstellung. Hier passieren öfters Fehler, als man meinen sollte. Beispiele:
1. Einer meiner Schüler bekam die Aufgabe “to discuss the advantages and disadvantages of using mobile phones in school”, kannte aber das Wort (dis-)advantage nicht. Also schrieb er einen Text darüber, wie der Gebrauch von Mobiltelefonen in seiner Schule gehandhabt wurde.
2. Ein anderer Schüler versteht zwar alle Wörter im Arbeitsauftrag, beantwortet die gestellte Frage allerdings aus irgendeinem Grund trotzdem nicht. (Es ist wie mit den strandenden Walen. Keiner kann es sich erklären.) Möglicherweise schreibt er stattdessen einen leidenschaftlichen Aufsatz über die schädlichen Auswirkungen der Mobiltelefonsucht unter Elfjährigen, weil er der Meinung ist, dass Lehrer so etwas hören wollen. Vielleicht wurde eine solche Frage auch zuvor im Unterricht diskutiert oder er hat zufällig am Vorabend eine Dokumentation über das Thema gesehen – und diese Information blockiert dann irgendwie die Fähigkeit, auf die eigentliche Fragestellung einzugehen.

TIPP 1: Wenn man dieses Problem bei einer Schülerin bemerkt, kann man ihr “Thema verfehlt”-Aufsätze zu geben und sie bitten, dem Verfasser eine Note zu geben.

TIPP 2: Man kann auch erst einmal viele verschiedene Arbeitsaufträge mitbringen (“Describe the development of …”, “Give examples of …”). In einem ersten Schritt lässt man sie ins Deutsche übersetzen. Danach kann man gemeinsam überlegen, was der Lehrer wohl in einer Antwort zu der Frage erwartet – und was nicht.

SCHRITT 4: Überlegen – Was brauche ich, um die Aufgabe zu beantworten? Erst besprechen wir die Frage, welches inhaltliche Wissen die Schülerin benötigt. (Einigen Schülern ist z.B. nicht klar, dass sie, wenn sie beispielsweise nach einer “eigenen Meinung” zu einem Thema gefragt werden, diese auch mit im Unterricht gelernten Fakten verbinden müssen.)

Abgesehen vom Inhalt benötigt man natürlich auch Vokabeln: Hier kann man z.B. eine Liste mit sinnvollen Redemitteln oder ein Mindmap mit zentralen Begriffen anlegen.

Auch Wissen zum Aufbau des gewünschten Textes (wie beginnt und endet ein Brief? Wie ordnet man die Argumente in einer Erörterung an?) kann man gut vor dem Schreiben noch einmal verdeutlichen und in einer Übersicht sammeln.

SCHRITT 5: Ideen sammeln. Nachdem die Aufgabe entschlüsselt worden ist, wird erst einmal per Brainstorming überlegt, was man dazu sagen könnte. Bei jeder Idee sollte man sich fragen, was sie zum Gesamttext – der Aussage, zu der ich hingelangen will – beiträgt. Wenn sie nichts beiträgt, kommt sie weg.

SCHRITT 6: Planen. Die Schülerin bereitet eine “Outline” für den Aufsatz vor. Auch hier heißt es wieder, das eigene Werk kritisch zu begutachten: Ist die Gliederung für einen Außenstehenden verständlich? Kommt am Ende das heraus, was ich sagen will?

SCHRITT 7: Schreiben. Hier arbeitet die Schülerin alleine. Ich finde es sinnvoll, die Benutzung eines Wörterbuchs oder Internets zu erlauben – nur so kann man ja neue Vokabeln erlernen, und auch der Umgang mit diesen Hilfsmitteln will geübt sein. Vor der Arbeit üben wir aber trotzdem auch unter Klausurbedingungen (d.h. zum Beispiel nur mit einsprachigem Wörterbuch).

SCHRITT 8: Selbstständige Korrektur. Die Schülerin liest ihren Text selbst noch einmal und untersucht ihn (evtl. mit einer Liste “häufiger Fehler”) auf Probleme.

SCHRITT 9: Inhaltliche und strukturelle Korrektur. Wenn der Nachhilfelehrer schon über die Planung geschaut hat, sollte hier eigentlich nicht mehr viel im Argen liegen. Wenn doch, hat dieses Problem natürlich Priorität. Ich unterstreiche die entsprechenden Stellen und lasse die Schülerin selbst überlegen, was damit nicht stimmen könnte.

SCHRITT 10: Sprachliche Korrektur. Auch Satzbau-, Verbbildungs- oder Präpositionsfehler markiere ich zunächst einmal markieren und helfe erst , wenn die Schülerin sie nicht selbstständig verbessern kann.

SCHRITT 11: Stilistische Korrektur. Das ist der kniffligste Teil, denn die Meinungen über “guten Stil” gehen bekanntlich weit auseinander. Worauf ich besonders achte:

  • Sind alle Sätze klar verständlich?
  • Gibt es ein Gleichgewicht von (nicht zu) kurzen und (nicht zu) langen Sätzen?
  • Werden die Sätze sinnvoll und abwechslungsreich mit Konjunktionen und anderen Link words verknüpft?
  • Ist das Vokabular möglichst präzise?
    • Das bedeutet: Der Autor “says” möglichst nicht, sondern “criticizes”, “implies” oder “suggests”.
  • Ist das Vokabular in sinnvollem Maße abwechslungsreich?
    • Wie beim vorherigen Punkt. Viele Schüler scheinen zu glauben, dass man in einem Text kein Wort zweimal verwenden dürfe. Also schreiben sie statt “say” solche Merkwürdigkeiten wie “quethe”. Der Grund, dass man nicht dauernd “say” sagen soll, ist nur, dass andere Wörter wie “criticize” oder “imply” auf dem gleichen Raum mehr Information enthalten. Also um Gottes willen keinen Eiertanz um einfache Vokabeln, nur damit ja kein Wort wiederholt wird!
  • Ab ca. 9. Klasse (GY): Gibt es ab und zu komplexere Satzstrukturen? Dazu gehören:
    • Wechsel von verbalen (because it is cold) und nominalen (because of the cold) Phrasen
    • Partizipialkonstruktionen
      • “As he walks down the street, he sees a man.” -> “Walking down the street, …”
    • zweiteilige Konnektoren (either … or, neither … nor, both … and …, not only … but)
    • Hervorhebungen, z.B. durch Inversion nach negatives:
      • Not only did he win the championship, he even …

SCHRITT 12: Festhalten der Fehler. Die Schülerin legt nun eine “Fehlerliste” an, auf der sie Probleme aus ihrem Text aufschreibt, um sie in der Zukunft zu vermeiden. Diese Liste sollte bei der Korrektur zukünftiger Texte immer hinzugenommen werden.

Wenn man keine Zeit für alle zwölf Schritte hat oder etwas Abwechslung möchte, kann man natürlich immer auch Aufgaben zu einem Einzelschritt machen. Ein paar Ideen:

  • viele Modellaufsätze lesen und ihre Struktur untersuchen; nützliche Phrasen und grammatische Konstruktionen sammeln
  • Brainstormings – Ideen zu verschiedenen Themen sammeln und sinnvoll anordnen
  • Redemittel im Internet recherchieren, auf einer Liste festhalten, zuordnen, übersetzen …
  • Fehlersuche: Sätze mit grammatischen oder lexikalischen Fehlern untersuchen
  • selber Texte anderer Schüler (stilistisch, inhaltlich, strukturell) verbessern
  • viele verschiedene Arbeitsaufträge übersetzen und analysieren; eine Outline für eine mögliche Antwort anfertigen; von fertig geschriebenem Aufsatz die Fragestellung ableiten; “Thema verfehlt”-Aufsätze untersuchen
  • einmal ganz bewusst einen furchtbar schlechten Aufsatz schreiben und anschließend verbessern
  • Einsetzübungen zu Konnektoren und link words
  • Arbeit mit dem Wörterbuch trainieren

Noch ein letzer Tipp: Eine tolle Möglichkeit, auch ohne Lehrer das freie Schreiben zu trainieren, ist die Webseite lang-8.com. Hier tauschen Muttersprachler verschiedener Sprachen Korrekturen aus. Man schreibt einfach einen Text zu einem beliebigen Thema und erhält gewöhnlich innerhalb einiger Stunde eine Korrektur.