Noch ein bisschen Etymologie: Englisch / Deutsch

Englisch kommt vielen Deutsch-Muttersprachlern einfacher vor als andere Fremdsprachen wie zum Beispiel Französisch. Ein Grund dafür ist die enge Verwandtschaft zwischen den beiden Sprachen. Wenig überraschend: Die Angeln, nach denen die englische Sprache ihren Namen hat, waren immerhin ein germanischer Stamm aus Norddeutschland. Als diese im 5. Jahrhundert zusammen mit einigen anderen Stämmen nach Britannien übersiedelten, nahmen sie ihre Sprache natürlich mit.

Bei manchen englischen Wörtern sieht man ja sofort eine Ähnlichkeit zum Deutschen – man denke nur an “garden” vs. “Garten”. Bei anderen Wörtern ist die Verwandtschaft jedoch nicht gleich so offensichtlich. Ich habe einmal ein paar Beispiele aus dem Anfangsunterricht ausgesucht:

1. desk

Diese Wörter gehen beide auf das lateinische Wort discus für “Schüssel” zurück – ursprünglich waren damit wohl Platten gemeint, die die Esser gleichzeitig als Tisch und Teller verwendeten. Daraus wurde dann das germanische tisc und das altenglische disc. Damit verwandt sind auch die Wörter dish (für Teller bzw. Gericht), discus (Sportgerät) und die compact disk (CD).

2. town

Das Wort town (kleine Stadt) ist verwandt mit dem deutschen Zaun. Eine town war also ein befestigter (“eingezäunter”) Bereich, in dem eine Gruppe von Menschen lebte.

Den Wandel von t zu z / s können wir auch bei vielen anderen Wörtern beobachten, zum Beispiel:

ten – zehn
two – zwei (oder “zwo”)
toe – Zeh
to tell – erzählen
water – Wasser
white – weiß

Diese Unterschiede entstanden im Rahmen der zweiten Lautverschiebung, die wahrscheinlich Anfang des 7. Jahrhunderts nach Christus begann. Sie ist auch für andere regelhafte Unterschiede bei den Konsonanten verantwortlich, wie beispielsweise k zu ch (break – brechen, make – machen), d zu t (day – Tag, bed – Bett) oder p zu f (sheep – Schaf, ripe – reif).

3. horse

Mit dem Wort Pferd hat das englische horse zugegebenermaßen nicht viel gemein – wohl aber mit einem anderen Wort: Ross. Beide stammen aus der indogermanischen Wurzel *harss-; im Deutschen wurden nur der Vokal und der Konsonant vertauscht. Dieser Vorgang heißt Metathese (engl. metathesis) und kommt auch bei anderen Wörtern vor, wie zum Beispiel:

third – dritter
to burn – brennen

Metathese ist ein Phänomen, das uns auch im gegenwärtigen Englisch begegnet – wenn jemand zum Beispiel nucular statt nuclear oder perscription statt prescription sagt.

Das Wort Pferd wiederum hat seine eigene, bizarre Etymologie: Es kommt von dem spätlateinischen paraveredus, das “Nebenpferd” bedeutet (das “Ersatztier”, das Postreiter für lange Strecken mitführten).

4. box

Das Wort box (Schachtel, Kasten, Dose) ist verwandt mit der deutschen Büchse; eigentlich ganz naheliegend, wenn man darüber nachdenkt.

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Die Zeiten im Englischen richtig benennen

Die Zeiten im Englischen sind auf den ersten Blick furchtbar verwirrend. Es kommt einem gerne so vor, als gäbe es eine unendliche Zahl davon, die anscheinend vollkommen willkürlich benannt sind.

Zum Glück ist das aber gar nicht so! Man muss eigentlich nur sehr wenige Wortbestandteile kennen, um sich den Namen einer Zeit herleiten zu können.

PUNKT 1: Simple and complex tenses – einfache und zusammengesetzte Zeiten

Zunächst einmal müssen wir uns verdeutlichen, wie die Zeiten im Englischen aufgebaut sind. Es gibt nur zwei sogenannte “simple” tenses, die aus einem einzigen Wort (mit angefügten Endungen) bestehen. Das sind das simple present (die einfache Gegenwart) und das simple past (die einfache Vergangenheit).

simple present: I play. (Ich spiele)
simple past: I played. (Ich spielte)

Alle anderen Zeiten sind zusammengesetzt – das heißt, wir brauchen Hilfsverben, um sie zu bilden. Glücklicherweise gibt es da erst einmal nur zwei – to have und to be. Sie können natürlich in verschiedenen Zeiten gebraucht und auch kombiniert werden.

to have: I have gone, I had gone, I will have gone …
to be: I am going, I was going, I will be going, I had been going …

Desweiteren gibt es dann noch die Konstruktionen will + Infinitiv und be going to + Infinitiv, mit denen man ausdrücken kann, dass etwas in der Zukunft geschehen wird.

 

Punkt 2: TENSE – Die Zeit

“Tense” oder einfach “Zeit” sagt uns, wann eine Handlung passiert ist – jetzt, früher, oder noch gar nicht. “Tenses” gibt es im Englischen tatsächlich nur drei, und zwar:

PRESENT – Gegenwart oder Präsens: Ich gehe.
Bsp: I play, I am playing, I have played, I have been playing.

PAST – Vergangenheit: Ich ging.
Bsp: I played, I was playing, I had played, I had been playing.

FUTURE – Zukunft: Ich werde gehen.
Bsp: I will play, I will be playing, I will have played; I’m going to play

 

Punkt 3: ASPECT – Der Aspekt

Das wäre wunderbar einfach – allerdings gibt es neben TENSE noch ein weiteres Merkmal, in dem sich die englischen Zeiten unterscheiden. Das ist der sogenannte ASPEKT. Der Aspekt sagt uns nicht, wann eine Handlung passiert ist, sondern wie diese Handlung gesehen wird. Hier müssen wir uns drei Begriffe merken:

a) PROGRESSIVE: Der progressive aspect wird mit einer Form von to be und der ing-Form gebildet. Die Form von to be passt sich in der Zeit an: Für das present progressive nimmt man die Präsens-Formen von to be (am, is, are), für das past progressive die Vergangenheitsformen (was, were) … und so fort.

 

present progressive I am playing.
past progressive I was playing.
future progressive I will be playing.

b) SIMPLE: Simple bedeutet einfach nur “kein progressive” – d.h. kein be + ing-Form.

simple tense progressive tense (be + ing)
I play. I am playing.
I played. I was playing.

Die Bedeutung des progressive aspects ist, dass sich eine Handlung zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verlauf befindet und noch nicht abgeschlossen ist – im Gegensatz zum simple aspect. Vergleiche:

  • simple: I’ve cleaned the car. Look how shiny it is!
    – Ich habe das Auto gewaschen. Schau, wie sauber es ist. (Ergebnis wird betont, abgeschlossen)
  • progressive: I’ve been cleaning the car, but I’m still not done.
    – Ich wasche (seit einiger Zeit) das Auto, aber ich bin immer noch nicht fertig. (Vorgang wird betont, nicht abgeschlossen)

c) PERFECT: Der perfect aspect sagt aus, dass etwas vor einer anderen Handlung geschehen ist. Man bildet ihn mit einer Form von have und dem past participle (d.h. der ed-Form oder “dritten Spalte”).

Den perfect aspect gibt es in allen drei Zeiten …

  • The windows are clean (present) because I have just cleaned (present perfect) them.
    – Die Fenster sind sauber, weil ich sie gerade geputzt habe.
  • The windows were clean (past) because I had just cleaned (past perfect) them.
    – Die Fenster waren sauber, weil ich sie gerade geputzt hatte.
  • The windows will be clean (future) because I will have cleaned (future perfect) them.
    – Die Fenster werden sauber sein, weil ich sie geputzt haben werde.

… und natürlich auch mit dem progressive aspect kombiniert:

  • present perfect progressive: I have been cleaning.
  • past perfect progressive: I had been cleaning.
  • future perfect progressive: I will have been cleaning.

 

Und nun zur Anwendung.

Um eine Zeit richtig zu benennen, müssen wir uns also nur drei Fragen stellen:

a. In welcher Zeit steht das Verb bzw. Hilfsverb – past, present, future?
b. Gibt es eine Form von have und ein Past participle – perfect oder nicht?
c. Gibt es eine Form von to be mit ing-Form – progressive oder simple?

present, past, future? perfect (have + past participle) progressive (be + ing) oder simple? Name der Zeit
I am going am: present nein progressive present progressive
I was going was: past nein progressive past progressive
I will be going will be: future nein progressive future progressive
I have gone have: present ja simple present perfect
I have been going have: present ja progressive present perfect progressive
I had been going had: past ja progressive past perfect progressive
I went went: past nein simple past simple

 

Oster-Spezial

Noch eine Woche bis zu den Osterferien. Zu diesem Anlass habe ich mal ein paar entsprechende Arbeitsblätter vorbereitet:

Für die 6. / 7. Klasse: The Tale of Peter Rabbit von Beatrix Potter (PDF)

Ein Bilderbuchklassiker: Kaninchenjunge Peter mümmelt sich entgegen ausdrücklichen elterlichen Verbots durch den Gemüsegarten der kaninchenpasteteliebenden McGregors. Dieses Arbeitsblatt enthält den gekürzten und teilweise vereinfachten Text mit Bildern und Vokabelangaben. Dazu gibt es Verständnisfragen und ein paar Grammatikaufgaben zu simple past, unregelmäßigen Verben und past progressive.

Für die 9. / 10. Klasse: Easter Traditions around the World (PDF)

Diese kurze Leseverstehens-Aufgabe beschäftigt sich mit drei ungewöhnlichen Ostertraditionen: den nordischen Osterhexen, den australischen Oster-Bilbies und den Karfreitagsdrachen auf den Bermuda-Inseln. Inklusive Verständnisfragen, Schreibauftrag, Vokabel- und Grammatikaufgabe.

Capitalization – Die Großschreibung im Englischen

Diesen Post gibt es auch als PDF mit Übungen.

Im Gegensatz zum Deutschen werden im Englischen nicht alle Substantive großgeschrieben. Großgeschrieben wird / werden …

  1. am Satzanfang oder zu Beginn einer wörtlichen Rede, die einen ganzen Satz wiedergibt.
  • He is very nice and friendly.
    -> Bob said, „He is very nice and friendly.“
    (! aber: Bob said he was “very nice and friendly.” -> kein voller Satz)
  1. das Personalpronomen IYesterday I didn’t go to school.
  1. Abkürzungen: the CIA, AIDS, NASA
  1. Wörter in Titeln außer Artikeln (a, the), Präpositionen (of, in, by…) u. beiordnenden Konjunktionen (for, and, nor, but, or, yet, so – Merkwort FANBOYS).[1] Das erste und letzte Wort des Titels und (ggf.) des Untertitels werden immer großgeschrieben.
  • The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring

5. Eigennamen und davon abgeleitete Adjektive, Verben, etc.. Hierzu zählen die Namen von:

  • Personen (Michael Jackson, the Jacksons, Jacksonian democracy)
    • inkl. vor dem Namen stehende Titel und Spitznamen: Mr. / Mrs. / Dr. Jackson, President Obama, Wild Bill
    • Familienbezeichnungen, die wie Namen gebraucht werden: I’m coming, Mum. Look, Uncle Ben is here.
  • Personengruppen und Zugehörigem (the French, a bag of French fries)
    • Völkern und Nationalitäten (the Cherokee, the French)
    • Firmen, Institutionen, Vereinigungen… (Microsoft, the Ministry of Defense, Hogwarts School of Witchcraft …)
    • Sprachen (German, French)
  • Orten
    • natürlich (Mars / Martian, Africa / African, Mount Everest, the North Sea, the Nile, Lake Michigan)
    • menschengemacht (Germany, the Empire State Building, London, Fleet Street)
  • Bestimmten Zeitangaben wie
    • Monate, Wochentage und Feiertage (August, Tuesday, Christmas)
    • historische Ereignisse und Epochen (the Olympic Games, the Middle Ages, the French Revolution)
  • Religionen, Göttern und heiligen Büchern:
    • Catholic, Allah, the Bible, to Christianize (! Ausnahme: das Adjektiv biblical)
  • Markennamen (Coca Cola) – es sei denn, die Macher der Marke legen eine andere Schreibung fest (iPhone)

ACHTUNG 1 In manchen Fällen werden Eigennamen nicht großgeschrieben, obwohl man es erwarten würde. Dazu gehören:

  • Tier- und Pflanzenarten (a German shepherd)
  • chemische Elemente, auch wenn sie von Eigennamen abgeleitet werden (einsteinium)
  •  Lebensmittelprodukte mit Ausnahme von Markennamen (Tabasco sauce vs. Coca Cola )
  • Krankheiten (Alzheimer’s disease)
  • Jahreszeiten und Ereignisse im Jahreskreis (spring, the winter solstice)
  • Himmelsrichtungen, es sei denn, sie sind Teil eines Ortsnamens (in the west vs. in West Virginia)
  • Klein schreibt man gewöhnlich auch earth[2], sun and moon (im Gegensatz zu den anderen Planeten).

ACHTUNG 2 Vorsicht bei Eigennamen: Wird ein Begriff allgemein verwendet oder ist er wirklich Teil eines Namens oder Titels?

  • Yesterday Mum spoke to Michael’s mum. (wie Name gebraucht / allgemeine Bezeichnung)
  • I live in the north of North Korea. (allgemeine Himmelsrichtung / Teil des Ländernamens)
  • Many senators complained, among them Senator Brown. (allgemeine Berufsbezeichnung / Titel)
  • And God punished those that worshipped false gods. (Name des christl. Gottes / allg. Bezeichnung)

ACHTUNG 3 Manchmal können Eigennamen den Bezug zum ursprünglichen Namensgeber verlieren. Dann werden sie kleingeschrieben.

  • Bsp. to boycott (boykottieren – benannt nach Charles C. Boycott, woran man aber gewöhnlich nicht denkt)
  • Bsp. a kleenex (eigentlich ein Markenname, heute aber wie “Tempo” statt „Papiertaschentuch“ gebraucht)

[1] Wir richten uns hier nach der Regelung des Chicago Manual of Style. Gerade bei der Schreibung von Titeln gibt es viele verschiedene Regelungen.

[2] Earth wird großgeschrieben, wenn sie zusammen mit anderen Planeten gelistet wird: In this picture of our solar system, you can see Venus, Earth and Mars.

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Vokabelspiel für die Klasse: Quizlet Live

Vor einiger Zeit hatte ich Vokabelspiele für den Anfang der Stunde vorgestellt. Heute gibt es eine digitale Variante: Quizlet Live.

Quizlet – schon häufiger erwähnt – ist eine Internetseite, auf der man nach kostenloser Anmeldung Vokabellisten von anderen Usern kopieren, erstellen und spielerisch lernen kann. Es gibt sogar eine App, mit der man seine Vokabeln auf dem Handy mitnehmen und einfach unterwegs (auch offline) lernen kann.

Seit Kurzem gibt es auf Quizlet auch ein Spiel, das man im Klassenzimmer spielen kann. Alles, was man braucht, sind mindestens sechs Spieler, mehrere internetfähige Geräte (Smartphone, Tablet, Laptop) für die Schüler und ein weiteres  für den Lehrer. Schön ist ein Beamer, damit die Schüler ihre Punktewertung mitverfolgen können, aber der ist eigentlich optional.

Der/die Lehrer(in) erstellt also (nach Einrichtung eines Accounts) ein Set mit den Vokabeln, die die Schüler zu Hause gelernt haben. (Ich verwende gerne Vokabeln und englische Definitionen statt Vokabel und deutscher Übersetzung, um es für die älteren Schüler etwas schwieriger zu machen.) Anschließend klickt er/sie auf der Webseite auf “Quizlet Live” und “Spiel erstellen”. Die Schüler können dann mit einem vierstelligen Zahlencode dem Spiel auf ihrem eigenen Gerät beitreten; eine Anmeldung ist für sie nicht nötig.

Die Schüler werden zu Gruppen zusammengestellt. Das Spiel erfragt nun eine Vokabel und gibt mehrere Antwortmöglichkeiten. Nur ein Schüler hat jedoch auf seinem Handy die richtige Antwort. Deshalb müssen die Schüler untereinander vergleichen und sich absprechen. Auf dem Lehrergerät kann man unterdessen den Fortschritt der Gruppen verfolgen. Heimtückisch: Nach einer einzigen falschen Antwort fällt die Gruppe auf Null zurück.

Den Schülern hat das Spiel viel Spaß gemacht. Man sollte allerdings mindestens zwanzig Minuten einkalkulieren; denn bis alle sich angemeldet haben, geht doch etwas Zeit ins Land. Sollte ein Schüler kein Smartphone besitzen, ist das auch kein Problem; er/sie kann einfach als vierter Spieler bei einer anderen Gruppe mithelfen.

 

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Mengenangaben im Englischen: much / many, a lot of, (a) few / (a) little

Mengenangaben im Englischen – Übersicht

mengenangaben

[A] Die Verwendung von many/few und much/little:

Many und (a) few verwendet man bei zählbaren Substantiven, die im Plural stehen. Zum Beispiel:

many / (a) few                       CDs / horses / men / ideas …

Much und (a) little verwendet man bei nicht zählbaren Substantiven. Sie können nur im Singular stehen:

much / (a) little          water / paper / help / information …

[B] Die Verwendung von many/much und (a) lot of:

In der gesprochenen Sprache verwendet man many und much meist in verneinten Sätzen und Fragen sowie nach den Wörtern too, so, as und how.

A lot of und lots of kann man außer nach too, so, as und how immer verwenden; sie sind etwas informeller. Förmlicher ist die Formulierung plenty of.

I haven’t got many friends.                          I haven’t got a lot of / lots of friends.

seltener: I have got many friends.               häufiger: I have a lot of / lots of friends.

How many friends have you got?               – nicht möglich!

I have too many friends /                           – nicht möglich!
so many friends /
as many friends as you.

[C] Die Verwendung von little / few und a little / a few:

Little / few bedeutet wenig(e):

There is very little water left. – Es ist sehr wenig Wasser übrig.
Few students passed the test. – Wenige Schüler haben den Test bestanden.

A little / a few bedeutet ein bisschen / ein paar:

There is a little water left. – Es ist ein bisschen Wasser übrig.
A few students passed the test. – Ein paar Schüler haben den Test bestanden.

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