Tool zur Erstellung von Online-Tests und Lerneinheiten: Classtime (Kahoot-Alternative)

Was ist Classtime?

Auf der Website classtime.com (externer Link) können Lehrer nach Login Quizzes erstellen, die die Schüler dann am PC, Tablet oder Smartphone lösen können. Dazu muss der Lehrer nur den Link mit den Schülern teilen. Die Quizzes kann man dann entweder im Unterricht gemeinsam bearbeiten oder als Hausaufgabe aufgeben. Die Lehrperson kann dabei sehen, wer die Aufgaben bearbeitet hat und wie viele Punkte erzielt wurden.

Welche Aufgabentypen gibt es?

Was mich an ähnlichen Angeboten wie Kahoot!, Quizziz und Quizialize immer gestört hat, ist die verhältnismäßig kleine Auswahl an Aufgabenformaten; meist lässt das Programm nur Single- oder Multiple-Choice-Aufgaben zu. Classtime bietet hingegen mehrere Alternativen:

  • Single Choice (eine richtige Antwort)
    Which word is spelled correctly? I have two sisters and one …
    [ ] borther
    [ ] brother
    [ ] brohter
  • Multiple Choice (eine oder mehrere richtige Antworten)
    Tick all family members.
    [ ] father
    [ ] grandma
    [ ] pencil
    [ ] aunt
    [ ] desk
  • Wahr oder falsch
    Penguins can fly.
    [ ] Wahr
    [ ] Falsch
  • Freitext (Schüler können eine beliebige Antwort schreiben, die nicht automatisch korrigiert wird)
    In your opinion, should 16-year-olds be allowed to vote?
  • Kategorisieren (ein Raster zum Ankreuzen wird erstellt)
    Which category does the word belong to?
    1. animal 2. fruit
    apple
    dog
    bird
    banana
  • Sortieren (Elemente in die richtige Reihenfolge bringen)
    Put the elements in the right order: My brother Tim …
    [ ] eats
    [ ] always
    [ ] for breakfast
    [ ] a peanut butter jelly sandwich.
  • Hervorheben von Text (man kann in einen Text beliebig viele Alternativen auswählen):
    Pete has many [pet / pets / pet’s]. He has two [budgys / budgies / budgie’s], ten [mice / mouses / mouss] and three [gooses / geese].
  • Hotspot (auf einem Bild werden einer oder mehrere klickbare Bereiche festgelegt)
    Click all objects that start with the letter B.

Statt selbst ein Quiz zu erstellen, kann man auch in der Fragenbibliothek nach fertigen Sets suchen, diese kopieren und bearbeiten.

Beim Erstellen der Fragen kann man auch Bilder oder Videos einbinden und den Lösungen Erklärungen hinzufügen.

Durchführung

Nachdem man nun den Test erstellt hat, klickt man auf “Lektion starten” und erhält daraufhin einen Link, den man mit den Schülern teilen kann. Standardmäßig löst jeder Schüler den Test für sich allein. Man kann jedoch auch die Option “rundenbasiert” wählen und damit die Aufgaben gemeinsam lösen und besprechen. Außerdem kann man entscheiden, ob die Schüler die Lösungen sofort oder erst später sehen sollen.

Nach dem Quiz können die Schüler zudem selbst einschätzen, ob sie den Lernstoff beherrschen oder ob noch Wiederholungsbedarf besteht.

Urteil

Ich habe Classtime bisher erst einmal im Unterricht verwendet. Gut gefallen mir folgende Aspekte:

  • Einbindung von Bildern und Videos
  • große Auswahl an Fragetypen
  • Möglichkeit, jeder Frage eine Lösung beizugeben
  • individuelle Bearbeitung der Aufgaben
  • Lösung sofort oder erst am Ende anzeigbar
  • Schüler können am Ende mitteilen, wie gut sie den Stoff verstanden haben.

Was in meinen Augen noch fehlt, ist eine Möglichkeit, Kurzantworten automatisch zu korrigieren (“Fill in the correct form of the verb in the simple past: Tim … (eat) a peanut butter jelly sandwich.”). Auch ein “Matching”-Format wäre nett.

In der kostenlosen Version sind (logischerweise) einige sinnvolle Funktionen (wie Zeitlimits und Teilpunkte) nicht verfügbar, allerdings lässt sich das Tool insgesamt auch mit einem Basis-Account gut nutzen.

Den Schülern haben Kahoot! und quizlet dank des einfachen Spielprinzips und des Wettbewerbscharakters übrigens mehr Spaß gemacht als classtime (eventuell ist dies in der “rundenbasierten” Version anders); daher würde ich classtime eher als Alternative zu klassischen Übungs-Hausaufgaben einsetzen.

Neues Rätsel zum Sprachenlernen: Vokabel-Sudoku

Ein Vokabel-Sudoku mit neun Kategorien. (c) englischhelfer, CC-BY 4.0

Zum Ausprobieren: dieses Rätsel mit Lösung (PDF)

Vor einer ganzen Weile habe ich mal verschiedene Rätselarten vorgestellt, die sich für den Sprachunterricht adaptieren lassen. Heute dazu eine kleine Erweiterung: das Vokabel-Sudoku.

In meinem Vokabel-Sudoku entspricht jede Zahl (1-9) einer Kategorie: Monate, Obst, Gemüse, Familienmitglieder, Getränke, Sportarten, Zahlen, Farben und Kleidungsstücke. (Ja, ich weiß – sind Tomaten jetzt Obst oder Gemüse, und müssen Kartoffeln nicht sonstwohin gerechnet werden…? Ich bin zu dem einfachen Schluss gekommen: Wenn man es nicht in einen Obstsalat tun würde, ist es in diesem Sudoku ein Gemüse ;)).

In jedem Feld, das nicht vorgegeben ist, hat der Spieler nun drei Alternativen, aus denen er die richtige auswählen muss.

Vokabel-Sudoku

Ich habe das Sudoku gestern erstellt und heute ausprobiert. Obwohl nur drei Alternativen zur Auswahl stehen, fand ich es ganz schön knifflig und auch sehr interessant, weil man bei jedem Wort nochmal darüber nachdenken muss, welcher Kategorie es jetzt doch gleich zuzuordnen ist. Für die Festigung von Wortschatz scheint es mir deshalb ganz effektiv, auch wenn ich es noch nicht mit Schülern ausprobiert habe.

Einsatzmöglichkeiten: Für Vokabeln oder Grammatik (z.B. verschiedene Zeiten identifizieren, “unregelmäßiges simple past”, “unregelmäßiges past participle”, “unregelmäßiger Plural”, “unzählbares Substantiv” als Kategorien).

Erstellung: Man nehme ein bereits gelöstes Sudoku (z.B. im Internet generieren lassen) und ersetze die Zahlen durch Begriffe der gewünschten Kategorien. Bei den nicht vorgegebenen Zahlen anschließend zwei falsche Auswahlmöglichkeiten hinzufügen. Leider recht zeitaufwendig; hier fehlt ein Generator wie der puzzle maker für Kreuzworträtsel 🙂 Die Schwierigkeit lässt sich einfach variieren, indem man z.B. auf Sechser- oder Vierer-Sudokus zurückgreift.

Ein wenig Web-Recherche offenbarte, dass ich natürlich nicht die erste mit dieser gloriosen Idee war. Der Hueber Verlag hat nicht nur das Sudoku fürs Sprachenlernen entdeckt, sondern sich sogar den Begriff “wodoku®”  schützen lassen 😉 Soweit ich dies nach einem kurzen Blick in die Leseprobe beurteilen kann, funktionieren diese Rätsel allerdings nach einem etwas anderen Prinzip: Statt für eine Kategorie steht jede Zahl für ein einzelnes Wort, das zur einfacheren Erkennung  farbig unterlegt ist (z.B. 1 = black, 2 = red …). Der Lerneffekt soll hier über das mehrfache Schreiben des Wortes erfolgen.

Über Rückmeldung zu euren Erfahrungen mit diesen und anderen Vokabelsudokus (per Kommentar oder an englischhelfer@yahoo.com) würde ich mich sehr freuen!

Die Zeiten im Englischen richtig benennen

Die Zeiten im Englischen sind auf den ersten Blick furchtbar verwirrend. Es kommt einem gerne so vor, als gäbe es eine unendliche Zahl davon, die anscheinend vollkommen willkürlich benannt sind.

Zum Glück ist das aber gar nicht so! Man muss eigentlich nur sehr wenige Wortbestandteile kennen, um sich den Namen einer Zeit herleiten zu können.

PUNKT 1: Simple and complex tenses – einfache und zusammengesetzte Zeiten

Zunächst einmal müssen wir uns verdeutlichen, wie die Zeiten im Englischen aufgebaut sind. Es gibt nur zwei sogenannte “simple” tenses, die aus einem einzigen Wort (mit angefügten Endungen) bestehen. Das sind das simple present (die einfache Gegenwart) und das simple past (die einfache Vergangenheit).

simple present: I play. (Ich spiele)
simple past: I played. (Ich spielte)

Alle anderen Zeiten sind zusammengesetzt – das heißt, wir brauchen Hilfsverben, um sie zu bilden. Glücklicherweise gibt es da erst einmal nur zwei – to have und to be. Sie können natürlich in verschiedenen Zeiten gebraucht und auch kombiniert werden.

to have: I have gone, I had gone, I will have gone …
to be: I am going, I was going, I will be going, I had been going …

Desweiteren gibt es dann noch die Konstruktionen will + Infinitiv und be going to + Infinitiv, mit denen man ausdrücken kann, dass etwas in der Zukunft geschehen wird.

 

Punkt 2: TENSE – Die Zeit

“Tense” oder einfach “Zeit” sagt uns, wann eine Handlung passiert ist – jetzt, früher, oder noch gar nicht. “Tenses” gibt es im Englischen tatsächlich nur drei, und zwar:

PRESENT – Gegenwart oder Präsens: Ich gehe.
Bsp: I play, I am playing, I have played, I have been playing.

PAST – Vergangenheit: Ich ging.
Bsp: I played, I was playing, I had played, I had been playing.

FUTURE – Zukunft: Ich werde gehen.
Bsp: I will play, I will be playing, I will have played; I’m going to play

 

Punkt 3: ASPECT – Der Aspekt

Das wäre wunderbar einfach – allerdings gibt es neben TENSE noch ein weiteres Merkmal, in dem sich die englischen Zeiten unterscheiden. Das ist der sogenannte ASPEKT. Der Aspekt sagt uns nicht, wann eine Handlung passiert ist, sondern wie diese Handlung gesehen wird. Hier müssen wir uns drei Begriffe merken:

a) PROGRESSIVE: Der progressive aspect wird mit einer Form von to be und der ing-Form gebildet. Die Form von to be passt sich in der Zeit an: Für das present progressive nimmt man die Präsens-Formen von to be (am, is, are), für das past progressive die Vergangenheitsformen (was, were) … und so fort.

 

present progressive I am playing.
past progressive I was playing.
future progressive I will be playing.

b) SIMPLE: Simple bedeutet einfach nur “kein progressive” – d.h. kein be + ing-Form.

simple tense progressive tense (be + ing)
I play. I am playing.
I played. I was playing.

Die Bedeutung des progressive aspects ist, dass sich eine Handlung zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verlauf befindet und noch nicht abgeschlossen ist – im Gegensatz zum simple aspect. Vergleiche:

  • simple: I’ve cleaned the car. Look how shiny it is!
    – Ich habe das Auto gewaschen. Schau, wie sauber es ist. (Ergebnis wird betont, abgeschlossen)
  • progressive: I’ve been cleaning the car, but I’m still not done.
    – Ich wasche (seit einiger Zeit) das Auto, aber ich bin immer noch nicht fertig. (Vorgang wird betont, nicht abgeschlossen)

c) PERFECT: Der perfect aspect sagt aus, dass etwas vor einer anderen Handlung geschehen ist. Man bildet ihn mit einer Form von have und dem past participle (d.h. der ed-Form oder “dritten Spalte”).

Den perfect aspect gibt es in allen drei Zeiten …

  • The windows are clean (present) because I have just cleaned (present perfect) them.
    – Die Fenster sind sauber, weil ich sie gerade geputzt habe.
  • The windows were clean (past) because I had just cleaned (past perfect) them.
    – Die Fenster waren sauber, weil ich sie gerade geputzt hatte.
  • The windows will be clean (future) because I will have cleaned (future perfect) them.
    – Die Fenster werden sauber sein, weil ich sie geputzt haben werde.

… und natürlich auch mit dem progressive aspect kombiniert:

  • present perfect progressive: I have been cleaning.
  • past perfect progressive: I had been cleaning.
  • future perfect progressive: I will have been cleaning.

 

Und nun zur Anwendung.

Um eine Zeit richtig zu benennen, müssen wir uns also nur drei Fragen stellen:

a. In welcher Zeit steht das Verb bzw. Hilfsverb – past, present, future?
b. Gibt es eine Form von have und ein Past participle – perfect oder nicht?
c. Gibt es eine Form von to be mit ing-Form – progressive oder simple?

present, past, future? perfect (have + past participle) progressive (be + ing) oder simple? Name der Zeit
I am going am: present nein progressive present progressive
I was going was: past nein progressive past progressive
I will be going will be: future nein progressive future progressive
I have gone have: present ja simple present perfect
I have been going have: present ja progressive present perfect progressive
I had been going had: past ja progressive past perfect progressive
I went went: past nein simple past simple

 

Vokabelkartei zum Selbermachen: Bastelbogen

Eine Vokabelkartei ist eine praktische Sache, denn im Idealfall kann man den/die Schüler(in) damit zu regelmäßigem und wiederholendem Lernen anhalten.

Heute gibt es von mir ein PDF zur Einführung des Vokabelkastens für jüngere Schüler. Es enthält eine Anleitung, wie man mit der Kartei arbeitet. Der zweite Bestandteil ist ein Bastelbogen für einen Vokabelkasten mit Trennkärtchen, ebenfalls mit Anleitung versehen. Zum Basteln ist nur ein wenig dünne Pappe (z.B. von einer Cornflakes-Schachtel), eine Schere und etwas Papierkleber (u.U. Tesafilm zum Fixieren) nötig.

Der Kasten ist für A8-Karteikarten ausgelegt und relativ klein (16 x 7,5 x 5,5 cm), was aber in meinen Augen für den Anfang ausreicht. Bei handelsüblichen Karteikarten sollten ca. 500 Stück unterzubringen sein. So sieht das Resultat aus:

vokabelkartei

Hier gibt’s den Bastelbogen (PDF) und Bastelbogen (DOCX).

Vokabeln lernen: Tipps und Strategien

Vokabeln zu lernen ist ein zentraler Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts. Ohne Wortschatz funktioniert nichts – weder Leseverstehen noch Sprechen. Noch nicht einmal die so beliebten Grammatik-Einsetzübungen.

Das Problem: Man predigt den Schülern beständig, sie müssten “Vokabeln lernen”. Tun sie auch. Manchmal richtig lange. Und trotzdem sind die Dinger nach einer Woche wieder aus dem Gedächtnis verpufft oder bleiben erst gar nicht haften. Auch die Vokabeln abzuschreiben hilft keinesfalls jedem.

1. Die Einführung der neuen Vokabeln

Im Sprachunterricht lernen wir neue Vokabeln meistens in einem Text kennen. Das ist auch gut so, denn ohne einen sinnvollen Zusammenhang kann man sich Wörter viel schwieriger merken. Beispiel: Zwei Schülerinnen (nennen wir sie Lisa und Jasmin) sollen das Wort crowbar (Brecheisen) lernen.

Lisa sieht sich folgende Information im Schulbuch an und versucht sie sich einzuprägen:

crowbar (n)                                      das Brecheisen

Diese Information geht schnell im Gewimmel der zehn anderen Vokabeln unter, die Lisa noch lernen muss. Gut möglich wäre auch, dass sie sie mit einer anderen Vokabel durcheinanderbringt.

Jasmin liest hingegen diese Geschichte über den Ausbruch einer Zombieapokalypse:

“Run!” yelled Tom. “They are coming!” The men ran down the empty hallway. Behind them, the shambling steps of the undead were getting closer. Jeff could smell the horrible stench of their rotten flesh and hear their hungry groans.
Tom had reached the door at the end of the hallway. “Oh no,” he gasped, “it’s locked! What are we going to do now?”
“Wait”, Jeff said, breathless. “Wait a second. Just a day ago, I opened this toolbox and there was a crowbar in it! Oh my God, I hope it’s not gone …”
Hastily he unlocked the box, and yes, there it was. The cold, heavy metal in his hand felt reassuring.
At that moment, he felt something grab his shoulder. It was icy, wet and slimy. Without thinking, Jeff grabbed the crowbar and hit the zombie on the head. The monster tumbled to the ground.

Mit großer Wahrscheinlichkeit kann sich Jasmin die Vokabel viel leichter merken als Lisa. Warum?

  • Wir lernen das Brecheisen in einem (naja, mehr oder weniger) realistischen Kontext kennen: Es befindet sich in einer toolbox, man kann es gebrauchen, um Türen aufzubrechen (oder Köpfe einzuschlagen). Ein Brecheisen ist eben in der echten Welt keine Kette aus sieben Buchstaben – sondern ein Werkzeug, das man anfasst und gebraucht.
  • Menschen lernen am besten mit allen Sinnen. In der Geschichte gibt es jede Menge Sinnesempfindungen – Gerüche, Geräusche, Berührung.
  • Besonders gut ist es, wenn man Gelerntes mit Emotionen verknüpfen kann. Auch davon gibt es in der nervenzerfetzenden Zombiegeschichte mehr als im Vokabelheft.

Welche Tipps können wir nun aus dieser kleinen Anekdote ziehen?

  • Lies dir den Text im Schulbuch mehrfach durch und achte dabei besonders auf die Vokabeln, die neu eingeführt werden.
    • TIPP Wenn du die Möglichkeit hast, eine Kopie zu machen, schwärze die zu lernenden Begriffe und versuche sie beim nächsten Lesen selbst richtig zu ergänzen.
  • Lies den Text nicht nur, sondern höre ihn auch – z.B. von der Schulbuch-CD, von einem Freund oder dir selbst vorgelesen.
    • TIPP Das kann man auch mit einem Bingo-Spiel verbinden. Schreibe dir die deutschen Übersetzungen auf ein Blatt Papier; hör dann den Text auf Englisch und streiche die Wörter durch, die du hörst.
  • Schreibe eine eigene Geschichte oder zumindest eigene Sätze, in denen du die neuen Vokabeln verwendest.
  • Der beste Tipp: Lies in deiner Freizeit möglichst oft englische Texte, die dir gefallen – seien es Bücher, Blogs oder Zeitungsartikel. Lege eine Liste mit Vokabeln an, die dir dabei begegnen und besonders wichtig vorkommen. (* Beim freien Lesen macht es keinen Sinn, jedes einzelne Wort nachzuschlagen – dabei geht jeder  Spaß an der Lektüre flöten. Aber einzelne Begriffe lohnt es sich doch, festzuhalten.)

2. Das Fixieren von Vokabeln 

Nachdem Jasmin ihre Vokabel crowbar mehrfach im Text gelesen hat, will sie sie auch dauerhaft lernen. Dazu schreibt sie sie auf eine persönliche Vokabelliste oder, noch besser, auf eine Vokabelkarte.

Eine Vokabelkartei besteht aus einem Karteikasten, Trennstreifen aus Pappe und Karteikärtchen. Mit diesem Bastelbogen könnt ihr euch einfach selber eine Lernkartei basteln.

Vokabelkartei
Aufbau einer Vokabelkartei

Was kommt nun auf diese Vokabelkarte?

  • natürlich die englische Vokabel auf der einen, die deutsche Übersetzung auf der anderen Seite,
  • wichtige Zusatzinformationen, die in deinem Buch angegeben sind: etwa ein unregelmäßige Plural (mouse, mice) oder die Stammformen eines unregelmäßigen Verbs (do, did, done),
  • bei einem Verb mit unregelmäßiger Aussprache die Lautschrift,
  • optional als Merkhilfe: ein Beispielsatz, eine Eselsbrücke oder eine Zeichnung.

Vokabelkärtchen
Beschriftung von Vokabel-Karteikärtchen

Wenn du eine neue Vokabel aufgeschrieben hast, kommt sie ins erste Fach ganz vorne. Diese Vokabeln sollten am besten täglich wiederholt werden – auch wenn es nur fünf oder zehn Minuten sind. Wenn du die Vokabel richtig gewusst hast, wandert sie ins zweite Fach. Diese Vokabeln kann man etwas seltener (ca. zwei bis drei Mal die Woche) wiederholen. Konntest du das Wort immer noch? – Dann kommt sie ins dritte Fach, das nur einmal in der Woche wiederholt wird. Hast du sie vergessen, so kommt sie wieder ins erste Fach.

Alternativ kann man mit einem Vokabeltrainer im Internet lernen – wie z.B. quizlet.

3. Das Einprägen von Vokabeln

Für manche Vokabeln wird das Lesen, Hören und Aufschreiben schon ausreichen, um sie zu lernen – um beispielsweise das Wort water zu lernen, dass dem deutschen Wasser sehr ähnlich ist.

Bei anderen Wörtern – wie etwa unserem crowbar – geht es leider nicht so einfach. Hier hilft eine Eselsbrücke. Nehmen wir an, du weißt schon, dass crow Krähe bedeutet. Hier kannst du dir nun folgende Szene vorstellen:

Ein Krähen-Hooligan (komplett mit Bomberjacke und Baseballschläger) geht mit seinen Kumpels in eine zwielichtige Bar. Dort gerät sie in eine wilde Prügelei, in der sie von einem Brecheisen auf dem Kopf getroffen wird.

crow at a bar with a crowbar
A crow with a crowbar at a bar. Selten war ich so stolz darauf, drei Cliparts zusammengefügt zu haben.

Wie oben bereits gesagt, sollte man sich eine solche Szene möglichst bildhaft und mit allen Sinnen vorstellen. Kalter Zigarettenrauch und der Geruch von verschüttetem Bier in der Luft, das grölende Krächzen unserer Fußballfans – mit all diesen Assoziationen kann man sich das Wort viel leichter merken.

Anfangs ist es nicht so leicht, selbst Eselsbrücken zu finden, und wird dir vielleicht seltsam vorkommen. Aber nach einer Weile wird es viel einfacher. Studien haben bewiesen, dass diese sogenannte “Schlüsselwort-Methode” sehr viel effektiver ist als das stupide Abschreiben, das wir sonst gerne praktizieren.

4. Das Wiederholen von Vokabeln

Egal, wie viel Mühe man sich beim Aufschreiben und Einprägen der Vokabeln gibt – ohne regelmäßige Wiederholung war die ganze Anstrengung oft umsonst.

  • Unter 2. haben wir bereits gelesen, wie man mit einer Vokabelkartei lernt: Am besten täglich für 5-10 Minuten und mit regelmäßigen Wiederholungen.
  • Eine effektive Methode, alte Vokabeln zu wiederholen, sind Wortnetze: Sammle alle Vokabeln, die dir zu einem Thema einfallen, in einem Mindmap; schlage weitere dazu passende Wörter in einem Wörterbuch nach.

Wortnetz

  • Um sich Vokabeln jedoch wirklich auf Dauer einzuprägen, reicht Pauken allein jedoch oft nicht aus. Das Wichtigste ist, die Wörter so oft wie möglich zu gebrauchen – d.h. sie zu lesen, zu hören, zu schreiben und beim Sprechen zu benutzen.
  • Wenn du im Schulbuch beim Lesen eine unbekannte Vokabel antriffst, gehe (im Gegensatz zum Lesen in der Freizeit) nicht einfach darüber hinweg! Schreibe dir vergessene Vokabeln auf – auf Karteikarten, in ein Vokabelheft oder Lernprogramm – und wiederhole sie zusammen mit den neuen.

Linktipps: Englisch lernen im Internet

Mittlerweile gibt es so viele fantastische kostenlose Angebote im Internet, dass man bei ausreichender Motivation allein zu Hause (fast) genauso gut lernen kann wie mit einem Lehrer. Hier möchte ich einmal meine Favoriten vorstellen.

1. Vokabeltrainer mit vielen Funktionen: quizlet

Auf quizlet kann eigene Vokabellisten anlegen oder – sehr praktisch – die von anderen Nutzern kopieren. Egal, ob man mit Green Line, English G21 oder einem anderen Lehrwerk arbeitet, wahrscheinlich hat jemand anders die Vokabeln sogar schon für dich eingegeben. Anschließend kann man die Wörter auf verschiedene Weise üben: z.B. mit Karteikarten, als Diktat oder mit einem Memory-Spiel. Quizlet kann auch mehr als die traditionelle Vokabelkartei: So lässt sich z.B. jedes Wort vorlesen, und man kann leicht Bilder hinzufügen.

Dazu gibt es im Appstore und bei Google Play eine kostenlose App, die sogar offline funktioniert. So kann man auch unterwegs im Bus oder Zug bequem lernen, ohne sein Buch mitschleppen zu müssen.

2. Motivierender Online-Sprachkurs: duolingo

Nach einem kurzen Einstufungstest kann man auf duolingo in kleinen Lektionen sein Vokabular und seine Grammatikkenntnisse verbessern. Die Übungen sind zwar nicht gerade originell – so muss man Sätze übersetzen oder Diktate schreiben – aber das System mit Punkten und kleinen “Orden” ist sehr motivierend. Eine gute Möglichkeit, in der Sprache “drin” zu bleiben, gerade, wenn man nicht so viel Zeit hat.

3. Schreiben: Lang-8 

Auch durch Schreiben lernt man eine Fremdsprache. Auf lang-8 tauschen Sprachenlerner sich gegenseitig aus: Du korrigierst die Texte von Deutschlernern, und im Gegenzug werden deine Texte von englischen Muttersprachlern verbessert.

4. Online-Magazin für Fremdsprachenlerner: Teatime Mag

Etwas für fortgeschrittene Lerner (ca. ab 9. Klasse): Interessante Magazinartikel mit Vokabelangaben und Übungen. Besonders toll: Zu allen Artikeln gibt es eine MP3-Version, sodass man das Hörverstehen gleich mittrainieren kann.

5. Englisch-Podcasts der BBC: BBC Learning English

Die unterhaltsamen Kurse bieten Hörverstehens- und Grammatikübungen für verschiedene Niveaustufen. Ich bin besonderer Fan des Business English-Reihe “English at Work” um die chaotische Firma Tiptop Trading.

6./7. Grammatik üben: englisch-hilfen und ego4u

Auf diesen Seiten gibt es Grammatik-Erklärungen und interaktive Übungen. Super zur Vorbereitung auf die nächste Klassenarbeit.

8. Sprachpartner finden: mylanguageexchange

Auf mylanguageexchange findest du (nicht nur) englische Muttersprachler, die ihrerseits Deutsch lernen wollen. Natürlich gilt hier das gleiche wie bei allen Communities im Netz: Man weiß nicht, wen oder was man sich da angelt (On the internet, nobody knows you’re a dog …). Trotzdem kann sich hier ein fruchtbarer Austausch entwickeln und man kann wirklich nette Leute treffen.

9. Hörverstehen trainieren: elllo

Probleme bei listening comprehension exercises? Auf elllo gibt es eine große Auswahl von Audios und Videos zu verschiedenen Themen und Niveaustufen.

In diesem Eintrag wollte ich nur einen Überblick über meine absoluten Favoriten bieten. Eine umfangreichere Liste findet ihr auf meiner Nummer 10: dem Sprachportal englisch-lernen-im-internet – ein Linktipp mit vielen Übungen zu allen Aspekten des Sprachenlernens.